Gallup Engagement Index 2012: Fast jeder vierte Arbeitnehmer hat innerlich gekündigt

©Thomas Siepmann/pixelio.de
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Deutsche Beschäftigte sind emotional nur wenig an den Arbeitgeber gebunden. Vor allem die Älteren haben oft schon innerlich gekündigt. Zu diesem Ergebnis kommt der Gallup Engagement Index 2012.

Laut Studie gehören 24 % der befragten Arbeitnehmer zur Gruppe mit keiner emotionalen Bindung zum Arbeitgeber: Diese  haben innerlich bereits gekündigt. Dieser Wert ist der höchste seit Beginn der Studie 2001. Weitere 61 % machen nur Dienst nach Vorschrift. Lediglich 15 % der Mitarbeiter haben eine hohe emotionale Bindung an den Arbeitgeber und setzen sich freiwillig für die Unternehmensziele ein. Vor allem die Generation der Babyboomer (Jahrgang 1946 bis 1964) hat die meisten, die innerlich gekündigt haben. „Die Unternehmen müssen sich dringend um mehr Mitarbeiterbindung kümmern - bei allen Beschäftigtengruppen“, warnt Gallup-Studienleiter Marco Nink, „sonst droht auf breiter Linie ein Verlust der Wettbewerbsfähigkeit.“


Doch warum sind nur 15 % der Arbeitnehmer mit Herz und Nieren dabei? Die Studie sieht die Ursache vor allem bei Defiziten in der Personalführung. Viele Arbeitnehmer fangen hoch motiviert im Unternehmen an, werden dann aber zunehmend desillusioniert und kündigen schließlich innerlich. Fast immer ist der direkte Vorgesetzte an dieser Situation beteiligt. Die Zufriedenheit wird auch immer von den Rahmenbedingungen geprägt. So waren laut Studie nur 9 % der emotional nicht an die Firma gebundenen Mitarbeiter der Meinung war, dass ihr Vorgesetzter für neue Ideen und Vorschläge offen ist. Bei den emotional hoch gebundenen lag dieser Wert dagegen bei 85 %.

Die mangelnde Bindung wirkt sich auch auf die Innovationskultur aus. Emotional gebundene Mitarbeiter haben im Schnitt fast 45 % mehr Anregungen für Innovationen gegeben, als ihre ungebundenen Kollegen. Mehr als die Hälfte der emotional nicht gebundenen Mitarbeiter hat zudem im vergangenen Jahr keine einzige eigene Idee vorgetragen. Arbeitnehmer, die innerlich schon gekündigt haben, sind zudem schneller bereit, den Arbeitgeber zu wechseln. Zudem leiden die Stimmung und die Motivation der verbleibenden Beschäftigten wegen einer hohen Kündigungsrate. Auch waren die ungebundenen Mitarbeiter im letzten Jahr viel öfter krank als emottional hoch gebundene Arbeitnehmer.

Der deutschen Wirtschaft entstehen laut Studie insgesamt wegen der Produktivitätseinbußen aufgrund einer inneren Kündigung Kosten zwischen 112 und 138 Milliarden Euro jährlich.

 

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