Mittwoch, 9. Januar 2019

Kaum Frauen in deutschen Vorständen

Quelle: pixabay.com

Im Vergleich zum Vorjahr stiegt hierzulande die Zahl der weiblichen Mitglieder in den Vorständen der 160 DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen von 50 auf 61 zum Stichtag 1.1.2019. Damit kletterte der Frauenanteil von 7,3 auf 8,6 %. Das geht aus dem Mixed Leadership Barometer von EY hervor.

Es bleibt dabei, an den Spitzen der deutschen Konzerne dominieren weiterhin Männer. Ganze 67 % der Vorstandsgremien sind ausschließlich mit ihnen besetzt und lediglich in acht Unternehmen gibt es mehr als ein weibliches Vorstandsmitglied.

Ulrike Hasbargen, Leiterin des Bereichs People Advisory Services bei EY, warnt, dass der geringe Frauenanteil zu einem Problem für den Standort Deutschland werden könne: „Es mag zunächst etwas anstrengender sein, in gemischten Teams zu arbeiten – aber die Reibung, die hier entsteht, die Diskussionen und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Sichtweisen führen eben auch oft zu neuen Lösungen und zu mehr Innovationskraft. Immer noch halten zu viele Unternehmen zu lang am Gewohnten fest.“ Zudem habe man gar keine andere Wahl, vermehrt auch auf Frauen im Top-Management und in Führungspositionen zu setzen: „Dafür sorgt schon der demografische Wandel, der das Reservoir an Arbeitskräften in den kommenden Jahren deutlich schrumpfen lässt.“

Den höchsten Frauenanteil auf der Führungsebene weisen Telekommunikationsunternehmen auf. Hier liegt er bei 16 %. Es folgt die Finanzbranche mit 13 % und Logistikunternehmen mit 12 %. Im Handel liegt der Wert hingegen bei 3 %.

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