Verpasste Chancen auf dem Ausbildungsmarkt

© Karl-Heinz Laube/
pixelio.de
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„Für die Unternehmen wird es immer schwieriger, geeigneten Fachkräftenachwuchs zu finden,“ warnt Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Darauf deute der Entwurf des Berufsbildungsberichts hin. So ließen sich letztes Jahr von den bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten Ausbildungsplätzen 33.300 nicht besetzen, obwohl es rund 15.700 unvermittelte Bewerber gab. Rein rechnerisch konnte also jeder unvermittelte Jugendliche zwischen mehr als zwei offenen Ausbildungsstellen wählen.

Doch Dercks warnt, dass die Zahlen noch nicht einmal die Realität widerspiegeln. Denn nicht alle Plätze werden der BA überhaupt gemeldet. Eine aktuelle DIHK-Ausbildungsumfrage kam sogar zu dem Ergebnis, dass 20 % der Betriebe nicht alle Plätze besetzen konnten. Unter dem Strich sind das rund 70.000 ungenutzte Ausbildungschancen.

Gerade die kleinen Betriebe gucken beim Kandidaten-Wettbewerb oft in die Röhre. In der Konsequenz bieten sie dann immer weniger Plätze an. Und wer gar keine mehr besetzen kann, fällt als Ausbildungsbetrieb aus der Statistik.

Genau anders herum sieht es nach Ansicht von Dercks bei den Vertragsauflösungen aus. Hier meldet der Berufsbildungsbericht, dass der Anteil der Jugendlichen, die ihren Ausbildungsvertrag gelöst haben, erneut angestiegen ist. Jugendliche geben jedoch in konjunkturell guten Zeiten leichter einen Vertrag auf, weil sie entweder bereits eine attraktivere Alternative gefunden haben oder zumindest schnell fündig werden.

„Deshalb ist die offizielle Vertragslösungsquote von mehr als 24 % irreführend. Denn über 50 % der Jugendlichen setzen ihre Ausbildung in einem anderen Betrieb oder einem anderen Beruf fort. Die echte Abbruchquote beträgt nur rund 12 % im Vergleich zu einer Quote von 26 % bei den Studenten. Dennoch müssen wir Ausbildungsabbrüche wo immer möglich vermeiden. Denn bei Betrieben entstehen Kosten, der Platz kann oft nicht mehr besetzt werden, und auch für den Jugendlichen ist es besser, direkt den passenden Platz zu finden,“ mahnt Dercks.

 

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