BMAS: Heil kritisiert geringe Tarifbindung in der Pflege
In der Corona-Krise nimmt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Löhne von Pflegekräften und Beschäftigten im Einzelhandel ins Visier. Er forderte Anfang April konkret eine bessere Bezahlung in der Pflege. Zudem empfindet er die Tarifbindung im Einzelhandel als „lausig“.
In einem Interview mit der ARD führte er aus, dass höhere Mindestlöhne allein nicht mehr ausreichten. Vielmehr müssten Tarifverträge für alle Pflegekräfte geschlossen werden. Derzeit seien bspw. nur rund 20 % der Altenpfleger zu Tariflöhnen beschäftigt. Heil sieht in den Tarifverträgen einen Weg zu angemessener Bezahlung. So könne man auch langfristig wieder mehr Menschen für die Berufe gewinnen, die die Gesellschaft stützen.
Zwar wird in der Altenpflegebranche über einen Tarifvertrag verhandelt, der durch das BMAS für allgemeinverbindlich erklärt werden soll, die Verbände privater Anbieter lehnen dies jedoch ab. Knapp die Hälfte aller Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste in Deutschland werden von ihnen betrieben. Kirchliche Wohlfahrtsverbände sehen einen allgemeinverbindlichen Pflegetariflohn hingegen positiv. Sie haben derzeit eigene Tarifwerke und gehören zu den größten Pflegeanbietern hierzulande.
