Fragen an Felicitas von Kyaw

„Nicht immer führt der direkte Weg ans Ziel, man muss flexibel bleiben.“

1108
Felicitas von Kyaw, Geschäftsführerin Personal und Arbeitsdirektorin, Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH, Berlin. Bild: Die Hoffotografen GmbH Berlin
Felicitas von Kyaw, Geschäftsführerin Personal und Arbeitsdirektorin, Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH, Berlin. Bild: Die Hoffotografen GmbH Berlin

Was und wo haben Sie studiert?

Diplom-Volkswirtschaftslehre, Universität Bonn.

Wären Sie nicht Personalerin geworden, was dann?

Sicher etwas anderes Spannendes. In meinem bisherigen Berufsleben habe ich bereits eine spannende Bandbreite an Berufen erlebt und ausprobiert.

Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?

Weil ich gerne Menschen in ihren beruflichen Entwicklungen und Organisationen im Wandel begleite.

An meinem Beruf fasziniert mich/mag ich besonders ...

... die Vielfalt und Bandbreite an Themen – sowie die Möglichkeit, Erfahrungen und Erlebnisse der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz mitgestalten zu können.

Wenn ich an meine ersten Berufsjahre denke, ...

... dann weiß ich heute, dass man nie auslernt und dass das Lernen einen ein Leben lang begleitet.

Welcher Rat hat Ihnen auf Ihrem beruflichen Weg am meisten genützt?

Nicht immer führt der direkte Weg ans Ziel, man muss flexibel bleiben und auch mal einen (vermeintlichen) Umweg als Chance verstehen. Und dass aus diesen Umwegen neue Wege entstehen können.

Welche (sozialen) Netzwerke nutzen Sie?

Virtuell primär LinkedIn und Twitter.

Welche berufliche Entscheidung würden Sie rückwirkend anders treffen?

Hätte, hätte… was wäre gewesen wenn, wer weiß das schon. Jede Erfahrung und Entscheidung hat ihren Sinn und prägt, man sollte nicht zu sehr hadern und zurückschauen.

Arbeitnehmer sind dann gut, wenn ...

… sie teamorientiert, mitdenkend und engagiert sind, denn das sind zentrale Erfolgsfaktoren.

Was war Ihre beruflich schwerste Entscheidung?

Solche, die harte Konsequenzen für andere Menschen hatten, ich denke da an die diversen Restrukturierungen und den damit verbundenen Abbau von Arbeitsplätzen, die ich in den letzten Jahren begleitet habe. Persönlich war eine betriebsbedingte Kündigung, die ich zu „New Economy“-Zeiten erhalten habe, keine schöne Erfahrung, auch weil mir so meine Entscheidungshoheit genommen wurde.

Welche Themen sind für Sie die wichtigsten der nächsten zwölf Monate?

Unter anderem die Konsequenzen aus der Corona-Krise bewältigen, etwa nachhaltig neue Arbeitsroutinen definieren.

Arbeit bedeutet mir ...

... Verantwortung, Gestaltung und Entfaltung.

Was fällt Ihnen zu „Arbeit und Arbeitsrecht“ ein?

... und Mitbestimmungsrecht. Das gehört alles eng zusammen in der Gestaltung der Arbeitsorganisation und -welten.

Welche Rituale pflegen Sie?

Wenige, den Kaffee morgens. Wichtig ist es mir, meine Familie und Freunde regelmäßig zu hören und zu sehen. Sonntage sind mir heilig, da versuche ich, mir möglichst Freiraum zu lassen und wenig zu verplanen.

Mit wem würden Sie gerne mal ein Bier/ein Glas Wein trinken?

In Zeiten von Corona mit meinen Eltern.

Wohin würden Sie gerne einmal reisen?

Asien steht nach wie vor hoch im Kurs, weil meine zwei bisherigen Chinareisen mich neugierig gemacht haben, noch mehr über die Kulturen und Menschen dort zu erfahren.

Welches ist Ihr Lieblingsbuch?

Das meines Vaters, seine Lebens- und Berufserinnerungen: „Auf der Suche nach Deutschland“.

Ihre größte Leidenschaft ist ...

Eine meiner Leidenschaften ist in den letzten Jahren das Malen geworden, abstrakte Acrylmalerei. Ansonsten reise ich gerne.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ (Franz Kafka). Entspricht meinem Wunsch nach Machen und meiner Neugier.

Vita

Umfangreiche Managementerfahrung im Umfeld Change und Transformation, Human Resources, Marketing und Sales aus Tätigkeiten in Konzernen, Beratungen und Start-Ups.

Bei Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH als Geschäftsführerin Personal und Arbeitsdirektorin (VP People & Culture) tätig.

Davor beim schwedischen Konzern Vattenfall als VP People in der europaweiten Business Area Customers & Solutions bzw. als Corporate VP Organizational Development & Change Management tätig; zudem bei der Vattenfall GmbH als Mitglied des Aufsichtsrats.

Bei der internationalen Managementberatung Capgemini Consulting wirkte Felicitas von Kyaw als Head der Change Management Practice.

Sie ist Diplom-Volkswirtin sowie systemische Beraterin und Coach. Im Bundesverband der Personalmanager (BPM) ist sie seit mehreren Jahren im Präsidium.

Felicitas von Kyaw

Felicitas von Kyaw
Geschäftsführerin Personal und Arbeitsdirektorin, Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH, Berlin
AnhangGröße
Beitrag als PDF herunterladen151.25 KB

◂ Heft-Navigation ▸

Artikel Fragen an Felicitas von Kyaw
Seite 426 bis 427
Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

1 Produktive Fehlerkultur

Gemessen an den Maßstäben Zeit, Budget und Umfang scheitern die allermeisten Großprojekte. Nicht weil zu wenig geplant wird

Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Die Parteien streiten über Vergütungsansprüche aus Annahmeverzug.

Die klagende Arbeitnehmerin ist seit 1988 bei der beklagten

Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

1 Situation

Arbeit auf Abruf bedeutet, dass der Arbeitnehmer seine Leistung entsprechend dem wechselnden Arbeitsanfall im Betrieb erbringen muss

Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

1 Ausgangslage und Vorhaben der Großen Koalition

Vor dem Hintergrund einer sich eintrübenden Konjunktur sind befristete Arbeitsverhältnisse einmal

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

1 Begriffsklärung & Faktenstand

Beim ortsflexiblen Arbeiten handelt es sich um eine (Arbeits-)Organisationsform, bei der innerhalb einer

Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Die Parteien stritten darüber, ob der Beklagte die Bewerbung des Klägers aufgrund dessen Behinderung ablehnte und ihm deshalb