Fragen an Lars Jacob

„Nicht in Problemen, sondern in Lösungen denken“
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Lars Jacob, Leiter Personal, Bonava Deutschland GmbH, Fürstenwalde Bild: Bonava
Lars Jacob, Leiter Personal, Bonava Deutschland GmbH, Fürstenwalde Bild: Bonava

Wären Sie nicht Personaler geworden, was dann?

Dann wäre ich sicherlich in die Kommunikation gegangen. Wichtige Themen erkennen und umzuwandeln, um intern und extern den Wunsch nach Informationen nachzukommen und gleichzeitig für das Unternehmen einzusetzen, finde ich sehr spannend – und auch hier ist die Parallele zu finden, dass man von außen immer denkt, Personal und Kommunikation kann „jeder“.

Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?

Die Vielseitigkeit der Aufgaben und die Erfolge, die sich schnell entwickeln. Auch nach über 20 Jahren im Beruf kommen immer wieder neue Aspekte hinzu, neue Einblicke oder Themen.

Nicht nur in den Kernbereichen wie Payroll, Recruiting oder Personalentwicklung, sondern dass man in den gesamten Wertschöpfungsprozess involviert ist und eine, wenn nicht die entscheidende „Ressource“ entwickeln kann.

Was hat Sie in Ihren ersten Berufsjahren am meisten geprägt?

Gute Vorgesetzte und gute Führung. Ich konnte schon früh Eigenverantwortung übernehmen, wurde dabei aber nicht allein gelassen, sondern begleitet, und das ist es, was ich auch weitergeben möchte: zur Eigenständigkeit ermutigen und gleichfalls begleiten und ansprechbar sein.

Welcher Rat hat Ihnen auf Ihrem beruflichen Weg am meisten genützt?

Vertraue Dir selbst, aber sei offen für andere und zeige Veränderungsbereitschaft. Es geht nicht darum, recht zu haben oder zu bekommen, sondern um das jeweilige Thema, den jeweiligen Mitarbeiter bzw. die jeweilige Mitarbeiterin.

Arbeitnehmer sind dann gut, wenn …

… sie Spaß haben, mitdenken, kritisch und offen sind.

Es braucht Mitarbeiter*innen, die sich entwickeln können, merken, dass sie ernst- und wahrgenommen werden und die Möglichkeit haben, ihre Ideen und Gedanken klar und angstfrei zu äußern.

Welche Themen stehen in den nächsten Monaten auf Ihrer Agenda?

1. Die Rekrutierung und das Onboarding von über 200 Mitarbeiter*innen in allen Bereichen, von gewerblichen Mitarbeiter*innen, über Planer*innen, bis hin zum Tiefbau. Aber auch in den „klassischen Arbeitsbereichen“ wie Controlling und Einkauf wollen wir uns verstärken.

2. Intensivierung unserer Trainings und Personalentwicklung. Ein Thema, das aufgrund der Pandemie leider etwas nach hinten gerutscht ist.

3. Neuaufstellung der Ausbildung: Es wird sich so oft beklagt, dass junge Leute schwer zu motivieren sind oder viele Defizite im Rahmen der schulischen Ausbildung zeigen.

Aber es bringt ja nichts, sich nur zu beklagen, sondern wir suchen gerade den Weg, wie wir sie abholen und begeistern können. Neben einer Vielzahl weiterer Agendapunkte wollen wir noch attraktiver für Bewerber*innen werden und die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter*innen steigern, die bereits an Bord sind.

Was bedeutet Arbeit für Sie?

Ich möchte mich – und das tue ich auch – in meiner Arbeit wohlfühlen. Ich definiere mich nicht über die Jobtitel oder einen vermeintlichen Status. Aber wenn ich durch meine Arbeit dazu beitragen kann, ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen, dann ist Arbeit für mich zusätzlich eine positive Energiequelle.

Auf welche Rituale könnten Sie nicht verzichten?

Ich weiß nicht, ob man es Ritual nennen kann, aber auf keinen Fall das persönliche Gespräch mit Kolleg*innen. Insbesondere in Zeiten von Digitalisierung und mobilem Arbeiten sind der persönliche Kontakt und ein paar kurze Worte unerlässlich.

Mit wem würden Sie gerne mal ein Bier/ein Glas Wein trinken?

Mit dem „Arbeitsminister“, um eine Rückmeldung zu geben, was in der tatsächlichen Arbeitswelt passiert und ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, ob Politik sich tatsächlich auch an Alltagsthemen orientiert. Meine Anfrage, woher die Erkenntnisse stammen, dass die Corona-Ansteckungsgefahr am Arbeitsplatz so hoch ist, blieb leider bisher unbeantwortet. Unsere Alltagserkenntnisse in den Büros sind nämlich ganz anders.

Welches Buch muss mit in Ihren Urlaub und wo geht es hin?

Im Moment eher auf kurze Reisen in die Umgebung und „The hill we climb“ von Amanda Gorman. Auch wenn es vermeintlich „nur“ ein Gedicht ist, so hat mich die Autorin auf der Inauguration von Joe Biden sehr beeindruckt und ich sehe die Zeilen als Inspiration für eigene Gedanken.

Was ist Ihre größte Leidenschaft?

Seit fünf Jahren unser Sohn und der Wunsch, ihm Wurzeln zu geben und Flügel zu verleihen.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Nicht in Problemen, sondern in Lösungen denken.

Vita

Studium der Pädagogik (Sozialplanung und Psychologie)

Traineeprogramm und Niederlassungsleitung in der Zeitarbeit

9 Jahre Recruiting und Personalentwicklung im Design-, Medien- und Entertainmentbereich

11 Jahre Personalleitung im Verkehrswesen (Bus- und Bahnbereich)

Seit einem Jahr in der Baubranche

Lars Jacob

Lars Jacob
Leiter Personal, Bonava Deutschland GmbH, Fürstenwalde
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Seite 44 bis 45
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Was und wo haben Sie gelernt?

Diplomstudium der Betriebswirtschaftslehre an der Heinrich