Zwanzig Fragen an Petra Gerweck

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Petra Gerweck, Executive Vice President Human Resources, Lenze SE, Hameln Bild: Andreas Bender
Petra Gerweck, Executive Vice President Human Resources, Lenze SE, Hameln Bild: Andreas Bender

Was und wo haben Sie gelernt?

Studium der Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und Rechtsreferendariat am LG Limburg.

Wären Sie nicht Arbeitsrechtlerin geworden, was dann?

Eine Karriere als Gartenbauingenieurin stand damals tatsächlich zur Entscheidung an. Das hat mich sehr interessiert, weil ich schon immer eine große Liebe zur Natur hatte und zudem über eine hohe Affinität zu Ästhetik, gewissen Strukturen und Ordnung verfüge.

Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?

Weil ich ganz tief davon überzeugt bin, dass es tatsächlich die Menschen sind, die den Unterschied machen. Dies möchte ich positiv beeinflussen und dazu beitragen, dass sie gut ausgebildet und motiviert sind und zum Erfolg des Unternehmens beitragen.

An meinem Beruf fasziniert mich/mag ich besonders ...

… die vielen Facetten und die große Bandbreite an Themen und Aufgaben. Es gibt nichts Spannenderes, als mit Menschen zu arbeiten, denn damit sind auch immer neue Konstellationen verbunden.

Wenn ich an meine ersten Berufsjahre denke, ...

… fand ich es als Frau oftmals schwierig, sich zu positionieren. Gerade in der männerdominanten Industrie waren Frauen in Führungsfunktionen noch sehr ungewöhnlich. Daher ist es mir jetzt besonders wichtig, junge Frauen mit Potenzial zu fördern und für Führungspositionen zu gewinnen.

Welcher Rat hat Ihnen auf Ihrem beruflichen Weg am meisten genützt?

Ein Chef hat mir mal gesagt, ich sei zu ergebnisorientiert. Dieser Satz hat mich in meiner Entwicklung entscheidend geprägt: Ich bin noch immer zielorientiert, denn das ist ein Teil meiner Persönlichkeit, doch lasse ich jetzt auch gerne Dinge zu, die ich früher eher als nettes Beiwerk betrachtet habe wie Small Talk und Netzwerke.

Welche (sozialen) Netzwerke nutzen Sie?

Als begeisterte Netzwerkerin bin ich auf den Business-Netzwerken Xing für den deutschsprachigen Raum und LinkedIn für die globale Perspektive unterwegs. Facebook nutze ich eher privat und Instagram ist ein sehr spannender Kanal für den Bereich B2B, der gerade in Hinblick auf Employer Branding ein riesiges Potenzial hat.

Welche berufliche Entscheidung würden Sie rückwirkend anders treffen?

Es hatte alles sein Gutes, ich würde rückwirkend nichts anders machen.

Arbeitnehmer sind dann gut, wenn ...

… sie situativ geführt werden und Handlungsspielräume haben, um sich in ihrem Aufgabenbereich zu entfalten. Sie benötigen individuelle Führung, die sich nach ihrer Erfahrung und ihrem Wissensstand richtet und die Persönlichkeit berücksichtigt. Führungskräfte sind der wichtigste Retention-Faktor einer Organisation und das lebe ich vor.

Was war Ihre beruflich schwerste Entscheidung?

Immer, wenn ich mich von Mitarbeitern trennen musste, aus welchen Gründen auch immer.

Welche Themen sind für Sie die wichtigsten der nächsten zwölf Monate?

Ein Schwerpunkt wird die Weiterentwicklung eines internationalen Talentmanagements sein. Wir haben im Unternehmen sehr viele gut ausgebildete und qualifizierte Menschen, die es verdienen, für sie individuelle Karrierewege zu entwickeln und sie dabei zu begleiten, ihre vollen Potenziale zu nutzen.

Arbeit bedeutet mir ...

… eine große Bereicherung und die Möglichkeit, immer wieder Neues zu erleben und zu erfahren.

Was fällt Ihnen zu „Arbeit und Arbeitsrecht“ ein?

Wichtige und aktuelle Informationen für die Praxis.

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Was lesen Sie in AuA zuerst?

Das ist ganz unterschiedlich und richtet sich danach, was mich und meine aktuelle Aufgabe gerade betrifft.

Welche Rituale pflegen Sie?

Ich reserviere mir morgens eine Stunde, um mich strukturiert auf den Tag vorzubereiten und wichtige Dinge zu erledigen, die über Nacht angefallen sind, sowie für wichtige Rücksprachen mit Mitarbeitern. Und ganz am Ende eines Tage versuche ich bewusst zu entspannen, lasse den Tag Revue passieren und schließe damit ab.

Mit wem würden Sie gerne mal ein Bier/ein Glas Wein trinken?

Barack Obama. Ich sehe hier sehr viele Übereinstimmungen mit meiner Gedankenwelt und bin fasziniert, wie klar und präzise er sich ausdrückt.

Wohin würden Sie gerne einmal reisen?

Zum Skifahren in die Rockies, nach Nepal zum Wandern.

Welches ist Ihr Lieblingsbuch?

Die Rotfabriker von Ernst Bäumler.

Ihre größte Leidenschaft ist ...

… mittlerweile Golfen, leider habe ich damit viel zu spät angefangen.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

„Sprechenden Menschen kann geholfen werden“ – nur, wenn jemand seine Wünsche und Kritik äußert, kann ich darauf eingehen, denn leider können wir Menschen noch keine Gedanken lesen.

VITA

Studium der Rechtswissenschaft, Abschluss 1. und 2. Jur. Staatsexamen. Nach klassischen juristischen Tätigkeiten Einstieg in die Industrie als Referentin für Arbeitsrecht eines börsennotierten deutschen Chemie- und Pharmaunternehmens. Dann Wechsel in das Personalmanagement und sukzessive Übernahme zusätzlicher Verantwortungsbereiche. Nunmehr seit vielen Jahren in gesamtverantwortlichen HR-Positionen in verschiedenen Industrien mit jeweils deutlicher internationaler Ausrichtung und in sehr unterschiedlichen Eigentümerstrukturen.

Redaktion (allg.)

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Artikel Zwanzig Fragen an Petra Gerweck
Seite 720
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Body Teil 1

Was und wo haben Sie gelernt?
Jura an der Universität Regensburg und – zum Ausgleich – Holzdrechseln von meinem Vater.

Wären Sie nicht Arbeitsrechtler

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Was und wo haben Sie gelernt?

Ich habe in Mainz Publizistik, vergleichende

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Was und wo haben Sie gelernt?

Ich habe in Mainz Publizistik, vergleichende Literaturwissenschaften und Volkswirtschaft gelernt und später auch über

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Was und wo haben Sie gelernt?
Nach meinem Jurastudium in Passau habe ich das Referendariat in Landshut absolviert und beide Staatsexamen in Bayern

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Was und wo haben Sie gelernt?

Ich bin in Brasilien aufgewachsen und habe dort mein Abitur

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Was und wo haben Sie gelernt?

Studium für das Lehramt Sekundarstufe II für die Fächer