Liebe Leserinnen, liebe Leser,

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Volker Hassel, Chefredakteur Bild: KATY OTTO
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im Februar feierte die betriebliche Mitbestimmung in Deutschland ihren 100. Geburtstag. Mit dem Betriebsrätegesetz von 1920 wurde der Grundstein für die betriebliche Mitbestimmung in Deutschland gelegt. 1952 löste das BetrVG (1972 nochmals grundlegend neugefasst) das Betriebsrätegesetz ab und statuierte das vertrauensvolle Zusammenwirken von Arbeitnehmervertretung und Arbeitgeber – auch und nicht zuletzt zum Wohl des Betriebs.

Aber ist das in Zeiten von „New Work“ noch zeitgemäß? Man könnte den Eindruck bekommen, dass dies nicht der Fall ist. Für viele Start-ups (erst jüngst eindrucksvoll bei der Fortsetzung der ZDF-Serie „Bad Banks“ thematisiert) beispielsweise sind kollektive Regelungen, Tarifverträge oder Gewerkschaften Relikte aus einer alten Welt, die das rasche Wachstum behindern. Nun gibt es eine Forderung der Berliner SPD, nur noch jene Start-ups mit öffentlichen Geldern zu fördern, die einen Tarifvertrag und einen Betriebsrat haben. Die Start-up-Branche ist entsetzt. Hier pflegt man die Arbeitnehmer lieber mit Mitarbeiterbeteiligungen. Die Beschäftigten legen zudem mehr Wert auf eine schnellere Verantwortungsübernahme sowie flache Hierarchien, was ihre Karriere deutlich beschleunigen kann.

Aufgrund der massiven Änderungen in der Arbeitswelt fordern die Arbeitgeber eine Änderung der betrieblichen Mitbestimmung. Sie soll schneller, flexibler und anpassungsfähiger werden. Dazu gehöre vor allem die Einführung von Fristen für Mitwirkungsregelungen im BetrVG. So sei bspw. eine maximale Frist von drei Monaten für das gesamte Mitbestimmungsverfahren eine Option, die dringend erwogen werden müsse.

Man darf gespannt sein, ob, wann und was sich hier in der nächsten Zeit tun wird.

Und auch wir wollen uns noch stärker den sich ändernden Bedürfnissen anpassen. Daher bitten wir um Ihr Urteil zu den Beiträgen in AuA. So können wir noch besser auf die Interessen unserer Leser eingehen.

Unter www.auaplus.de haben Sie die Möglichkeit, uns für jeden einzelnen Beitrag mitzuteilen, ob Sie mehr davon möchten oder das Thema uninteressant für Sie ist. Selbstverständlich gibt es dafür ein kleines Dankeschön. Mehr dazu auf S. 135. Schon einmal herzlichen Dank für Ihr Feedback!

Einen vertrauensvollen, konstruktiven März wünscht

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Seite 129
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