Geleitwort: Arbeitswelt im Wandel

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Dr. Roland Leroux Präsident der United Leaders Association, Vereinigung der Deutschen Führungskräfteverbände (ULA e.V.), Berlin Bild: Harry Schnitger
Dr. Roland Leroux Präsident der United Leaders Association, Vereinigung der Deutschen Führungskräfteverbände (ULA e.V.), Berlin Bild: Harry Schnitger

Unsere Arbeitswelt befindet sich im stetigen Wandel. Die Digitalisierung eröffnet neue technische Möglichkeiten, Chancen und Potenziale für Organisationen und Unternehmen. Zugleich bringt dieser Umbruch aber auch neue Herausforderungen mit sich. Insbesondere sog. weiche Faktoren werden für die Führung immer bedeutsamer. Trotz aller Innovation arbeiten am Ende immer noch Menschen zusammen. Darauf müssen Unternehmen, insbesondere Führungskräfte, reagieren. Dies kann man beispielhaft am Thema Diversity erklären.

Die Vereinigung der deutschen Führungskräfteverbände (ULA) sieht ein ganzheitliches Diversity-Management als eine wichtige Grundlage für gute Führung an. Vielfalt spiegelt sich nicht nur in der Gesellschaft wider, sondern auch in Unternehmen. Das können diese als Wettbewerbsvorteil nutzen. Vielfalt braucht eine sensible, konstruktive Führungskultur, die von den Vorteilen der Vielfalt überzeugt ist. Denn nur so kann sie konsequent in Unternehmen umgesetzt werden. Mangelnde Wertschätzung für Unterschiedlichkeit geht oft mit mangelnder Wertschätzung aller Mitarbeiter einher. Und dies kann sich negativ auf die Produktivität der Mitarbeitenden auswirken. Auch die ULA hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren gesellschaftspolitisch geöffnet und breiter aufgestellt. Sie vertritt heute ihre politischen Ziele zum Thema Chancengleichheit auf der Grundlage eines Konzepts von Vielfalt. Denn Vielfalt spiegelt sich schon in der Diversität und den unterschiedlichen Zielgruppen der 16 ULA-Mitgliedsverbände wider. Die Führungskräftevereinigung sieht fünf wesentliche Aspekte im ganzheitlichen Diversity-Management:

  1. Die Gleichstellung von Frauen und Männern sollte heutzutage (auch in der Arbeitswelt) selbstverständlich sein. Die Ausgewogenheit der Geschlechteranteile sollte als ein positiver Aspekt des Zusammenarbeitens in Teams und Abteilungen gesehen werden und nicht als Problem. Hier sind die Führungskräfte bereits bei der Einstellung neuer Mitarbeiter gefordert. Und sie können in der täglichen Führungsarbeit die Chancengleichheit praktizieren.
  2. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) setzt klare Regelungen, was die Diskriminierung aufgrund sexueller Identität bzw. Geschlechts-identität, Herkunft, Alter oder religiöser Orientierung etc. in Unternehmen anbelangt. Führungskräfte haben die Aufgabe, für eine diskriminierungsfreie Unternehmenskultur zu sorgen.
  3. Der jährliche „Equal Pay Day“ erinnert daran, dass Frauen und Männer in gleichen Positionen oft noch nicht gleich bezahlt werden. Faire Bezahlung hat einen hohen Stellenwert für Motivation und Loyalität der Mitarbeitenden und wird auch außerhalb des einzelnen Unternehmens wahrgenommen. Mitarbeiter-Wertschätzung kann sich hier „bezahlt“ machen.
  4. Im Unternehmensalltag sollte Familienfreundlich-keit und Vereinbarkeit selbstverständlich sein. Unternehmen können moderne, flexible Arbeitsmodelle, die durch die Digitalisierung in der heutigen Arbeitswelt ermöglicht werden, anbieten und offen kommunizieren. Gerade hier spielt eine fortschrittliche Unternehmenskultur mit Führungskräften, die dies auch „vorleben“, eine große Rolle. Immer mehr Bewerber fragen schon beim Einstellungsgespräch, was das einzelne Unternehmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie anbieten kann und ob sich Führungskräfte daran beteiligen. In jedem Fall kann es eine Rolle bei der Auswahl des Arbeitgebers spielen.
  5. Oft stehen unbewusste Vorurteile, der „Unconscious Bias“, der Anerkennung von Persönlichkeiten und ihren Fähigkeiten im Weg. Es bedarf mehr Akzeptanz für neue Rollen und moderne Lebens-modelle. Auch wenn zahlenmäßig klassische Rollenverteilungen häufig dominieren, ist die sichtbare Offenheit für Vielfalt auch in Führungspositionen wichtig. Männer, Frauen aber auch gleichgeschlechtliche Paare sollen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen wie beruflichen Leben haben. Z. B. indem Frauen im Unternehmen „sichtbarer“ mehr Verantwortung übernehmen, können traditionelle Rollenmuster und Stereotypen überwunden werden. Geeignete Maßnahmen dafür wären eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen, insbesondere aus den MINT-Fächern und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Ab in den Urlaub - Neuregelungen im Urlaubsrecht

Die aktuelle Rechtsprechung des EuGH und des BAG hat das Urlaubsrecht stark beeinflusst und grundlegend verändert.

Dr. Roland Leroux

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Seite 628
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