Höheres Medianentgelt lässt Diskriminierung vermuten

§§ 10 ff. EntgTranspG; § 22 AGG

Ist das Entgelt einer Arbeitnehmerin geringer als das ihr durch den Arbeitgeber nach den Vorschriften des EntgTranspG mitgeteilte Medianentgelt der männlichen Vergleichsperson, besteht regelmäßig die Vermutung nach § 22 AGG, dass eine Benachteiligung beim Entgelt wegen des Geschlechts erfolgt ist. Der Arbeitgeber kann diese Vermutung widerlegen.

(Leitsatz des Bearbeiters)

BAG, Urteil vom 21.1.2021 – 8 AZR 488/19

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Bild: grafikplusfoto/stock.adobe.com
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Problempunkt

Die Klägerin arbeitet bei der Beklagten als Abteilungsleiterin und erhält eine übertarifliche Vergütung. Sie hat von der Beklagten eine Auskunft nach den §§ 10 ff. EntgTranspG über das Vergleichsentgelt der bei dieser beschäftigten männlichen Abteilungsleiter verlangt. Der Beklagte hat die Auskunft auch erteilt und nach § 11 Abs. 3 EntgTranspG das auf Vollzeitäquivalente hochgerechnete statistische Median des durchschnittlichen monatlichen übertariflichen Grundentgelts sowie der übertariflichen Zulage mitgeteilt.

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Prof. Dr. Tim Jesgarzewski

Prof. Dr. Tim Jesgarzewski
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht, FOM Hochschule Bremen, Direktor KompetenzCentrum für Wirtschaftsrecht, Hamburg

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Artikel Höheres Medianentgelt lässt Diskriminierung vermuten
Seite 53
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Body Teil 1

Der Kläger war seit dem 1.6.2001 bei der Beklagten als Angestellter im Außendienst des Ordnungsamts nach dem BAT, später nach dem TVöD-VKA beschäftigt

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Body Teil 1

l Problempunkt

Die Parteien streiten um eine Gehaltserhöhung. Der Kläger ist seit 1991 bei der Beklagten beschäftigt. Nach dem Arbeitsvertrag