Abmahnung wegen Andersleistung

1. Fertigt ein Mitarbeiter aus vermeidbaren Gründen ein anderes Produkt als das in Auftrag gegebene, arbeitet er fehlerhaft und der Arbeitgeber kann ihn abmahnen. Auch bei Massenfertigung ist der Arbeitnehmer verpflichtet, jedes einzelne Stück sorgfältig herzustellen.

2. Selbst wenn in einem zertifizierten Betrieb ein Prüfer vorhanden ist, führt dies nicht dazu, dass der Beschäftigte unsorgfältiger arbeiten darf.

3. Der Arbeitgeber hat einen Ermessensspielraum, ob er einen Vorfall abmahnen will oder nicht. Dabei sind insbesondere Ursachen und ggf. Entschuldigungsgründe zu beachten.

(Leitsätze des Bearbeiters)

LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 3. Juni 2008 – 2 Sa 66/08 (rk.)

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Bild: beeboys/stock.adobe.com
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Problempunkt

Der Mitarbeiter ist seit 1997 bei seinem Arbeitgeber, einem zertifizierten Unternehmen, das die Luftfahrtindustrie beliefert, in der Produktion beschäftigt. Am 10.4.2007 erhielt er den Auftrag, zehn Schläuche mit Pitchbar 10 mm zu fertigen. Er stellte diese aber mit 12 mm her, weil er mehrere Aufträge nebeneinanderlegte und dann durcheinanderkam. Der Arbeitgeber mahnte ihn deshalb mit Schreiben vom 12.4.2007 ab.

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