Anhörung des Mitarbeiters vor Verdachtskündigung

1. Zur Anhörung des Arbeitnehmers als Wirksamkeitsvoraussetzung für eine Verdachtskündigung gehört, ihm deutlich zu machen, dass der Arbeitgeber aufgrund konkreter Verdachtsmomente einen entsprechenden Verdacht hegt und ggf. beabsichtigt, darauf eine Kündigung zu stützen.

2. Dem Mitarbeiter ist außerdem Gelegenheit zu geben, entweder einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen oder sich über diesen innerhalb einer bestimmten Frist schriftlich zu äußern.

(Leitsätze des Bearbeiters)

LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 6. November 2009 – 6 Sa 1121/09 (rk.)

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Bild: AlcelVision/stock.adobe.com
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Problempunkt

Ein Filialleiter eines Unternehmens geriet in den Verdacht, er habe sich einen 5 Euro-Schein, der in der Filiale gefunden worden war, rechtswidrig angeeignet. Daher führte der Bezirksverkaufsleiter ein Gespräch mit ihm, brach dieses aber ab und bat den Filialleiter für den Folgetag in die Zentrale. Dort bot dieser an, sich zu den Verdachtsmomenten über seinen Anwalt zu äußern. Darauf ging die Geschäftsführung jedoch nicht ein. Vielmehr hörte sie zu ihrer Kündigungsabsicht bereits am nächsten Tag den Betriebsrat an und kündigte dem Filialleiter drei Tage später außerordentlich fristlos sowie weitere vier Tage später fristgemäß.

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Die Klägerin ist in einem Supermarkt der Beklagten seit 1988 beschäftigt, zuletzt als stellvertretende Filialleiterin, die

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Die Klägerin war bei der Beklagten seit August 1996 als Verkäuferin beschäftigt. Zum 28.Februar 1997, also noch innerhalb der ersten

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Die Arbeitgeberin ist ein Unternehmen der Bekleidungsbranche und unterhält bundesweit 390 Filialen. Ihr Verkaufsgebiet ist in 15 Areas

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