Diskriminierende Stellenausschreibung

1. Die Nichtbeantwortung einer Stellenbewerbung kann i. V. m. anderen Indizien eine Indiztatsache für eine Diskriminierung nach § 1 AGG darstellen.

2. Wird in einer Stellenausschreibung von „dynamisches Team“, „hohe Belastbarkeit in einem sehr dynamischen Umfeld“ und „arbeiten in einem hoch motivierten und dynamischen Team von Softwareentwicklern“ gesprochen, begründet dies keinen Diskriminierungsvorwurf wegen des Alters.

3. Die Anforderung „sehr gutes Deutsch“ kann eine Indiztatsache für eine mittelbare Diskriminierung darstellen. Das vom Arbeitgeber vorgetragene Ziel, eine gute Kommunikation mit Kunden und Kollegen zu gewährleisten, ist jedoch sachlich gerechtfertigt.

(Leitsätze des Bearbeiters)

LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 13. November 2012 – 2 Sa 217/12 (rk.)

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Problempunkt

Die Klägerin ist 1961 in Russland geboren und hat dort eine Qualifikation als Systemtechnik-Ingenieurin erworben. Sie bewarb sich auf drei zeitlich aufeinander folgende Ausschreibungen der Beklagten als Softwareprogrammiererin am 24.6.2010, 10.8.2010 und 25.2.2011. In der Stellenausschreibung wurden "ausgezeichnete Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift" gefordert. Dort fanden sich auch die Formulierungen "dynamisches Team", "hohe Belastbarkeit in einem sehr dynamischen Umfeld" und "arbeiten in einem hoch motivierten und dynamischen Team von Softwareentwicklern" und der Hinweis auf eine "Vollzeitbeschäftigung".

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