Probezeitkündigung gegenüber minderjährigen Auszubildenden

1. Will der Arbeitgeber einem minderjährigen Auszubildenden in der Probezeit kündigen, muss die Kündigung seinem gesetzlichen Vertreter (i. d. R. den Eltern) zugehen.

2. Für den Zugang reicht es, die Kündigung vor Ablauf der Probezeit in den Hausbriefkasten der Familie einzuwerfen.
Sie geht den Eltern in diesem Fall selbst dann zu, wenn sie gerade verreist sind.

3. Weist der Empfänger die Kündigung wegen fehlender Vollmacht gem. § 174 Satz 1 BGB nach mehr als einer Woche zurück, ist dies regelmäßig nicht mehr unverzüglich.

(Leitsätze des Bearbeiters)

BAG, Urteil vom 8. Dezember 2011 – 6 AZR 354/10

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Bild: AlcelVision/stock.adobe.com
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Problempunkt

Der minderjährige Auszubildende schloss, vertreten durch seine Eltern, mit dem Arbeitgeber einen Vertrag über eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik. Der Ausbildungsvertrag enthielt eine dreimonatige Probezeit. Der Arbeitgeber kündigte schriftlich am letzten Tag der Probezeit. Das Schreiben war gerichtet an den Auszubildenden, gesetzlich vertreten durch die Eltern. Ein Bote warf es am selben Tag in den gemeinsamen Hausbriefkasten des Auszubildenden und seiner Eltern, die an diesem Tag verreist waren. Dort fand es der Auszubildende zwei Tage später. Er verständigte seine Mutter telefonisch.

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