Zwanzig Fragen an Matthias Rohrmann

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 Matthias Rohrmann - Geschäftsführer Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband der Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister e.V. (Agv MoVe), Frankfurt a. M.
Matthias Rohrmann - Geschäftsführer Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband der Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister e.V. (Agv MoVe), Frankfurt a. M.

Was und wo haben Sie gelernt?
Studium der Rechts- und Politikwissenschaften an der Justus-Liebig Universität Gießen, Referendariat in Hessen und an der Verwaltungshochschule Speyer, wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Rechtsvergleichung bei Hr. Prof. Dr. Ekkenga

Wären Sie nicht Arbeitsrechtler geworden, was dann?
Politikwissenschaftler an einem universitären Institut oder Steuerrechtler

Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?
Er ist die ideale Verknüpfung zwischen Arbeitsrecht und Politik, was meinen Neigungen sehr entspricht. Die Nähe zur Lebenswirklichkeit und den Menschen gefällt mir am Arbeitsrecht. Die Möglichkeiten zur Gestaltung der Sozialpartnerschaft sowie der Sozialpolitik auf nationaler und europäischer Ebene im Bereich Eisenbahn und darüber hinaus sind im Rahmen der Verbandstätigkeit weitere Faktoren für die Berufswahl, wie auch die Optionen für strategisches Denken und Arbeiten. Nicht zuletzt steht auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Teil einer Unternehmenskultur, die von der Deutschen Bahn sehr gefördert wird.

An meinem Beruf fasziniert mich/mag ich besonders ...
die Nähe zu den Menschen, der Politik und zur Eisenbahn sowie die Sozialpartnerschaft, die Internationalität der Tätigkeit mit interkulturellem Austausch sowie spannenden arbeitsrechtliche Fragestellungen, die Rechtsfortentwicklung und Vergleichung.

Wenn ich an meine ersten Berufsjahre denke, ...
war es der Beginn einer faszinierenden Tätigkeit im Bereich der Tarifpolitik und des Arbeitsrechts, aber auch der Anfang eines teilweise steinigen Weges in die Tarifvertragswelt und deren Untiefen.

Welcher Rat hat Ihnen auf Ihrem beruflichen Weg am meisten genützt?
Klare Ziele verfolgen, sich immer eine geistige Unabhängkeit zu wahren und sich nie für unersetzbar zu halten.

Welche (sozialen) Netzwerke nutzen Sie?
Vor allem die der Verbände über die BDA, den BDI, VDV und im europäischen Bereich der CER, aber auch die der Deutschen Bahn, die im Rahmen der Unternehmenskultur sehr viel Wert auf Vernetzung insgesamt und ein funktionierendes internes Netzwerk legt. Hinzukommen die Kontakte über die Hochschulen und die Politik. Privat nutze ich Xing.

Welche berufliche Entscheidung würden Sie rückwirkend anders treffen?
Keine

Arbeitnehmer sind dann gut, wenn ...
-    sie ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt sind,
-    sie klare Zielvorgaben haben,
-    sie eine Führung erfahren, die ihnen eine zielgerichtete Orientierung bei gleichzeitiger Möglichkeit zur persönlichen Gestaltung gibt,
-    sie berufliche Erfordernisse mit privaten Anliegen verbinden können,
-    sie sich mit dem Arbeitgeber identifizieren können und eine Potentialförderung innerhalb einer guten Unternehmenskultur erleben

Was war Ihre beruflich schwerste Entscheidung?
Die Vereinbarung von notwendigen Rationalisierungsmaßnahmen, deren Implementierung sowie die Schulung von der Anwendung von diesen mit unmittelbar Betroffenen.

Welche Themen sind für Sie die wichtigsten der nächsten zwölf Monate?
Soziale Bedingungen im Bereich des 4. EU Eisenbahnpakets und damit zusammenhängender EU Verordnungen, Fortentwicklung der Sozialpartnerschaft im Sozialen Dialog Eisenbahn, Begleitung nationaler Gesetzgebungsverfahren im Bereich Tariftreu, Internationalisierung der Deutschen Bahn und deren Auswirkung im Bereich Beschäftigungsbedingungen (privat: die nächsten Klassenarbeiten meiner beiden Töchter)

Arbeit bedeutet mir ...
- neben der Familie - sehr viel und ist für mich im positiven Sinne immer wieder neue Herausforderung und Erfüllung zugleich

Was fällt Ihnen zu „Arbeit und Arbeitsrecht“ ein?
Eine bewährte Fachzeitschrift, der es sehr gut gelingt, Arbeitsrecht praxisnah und verständlich zu vermitteln, Akzente und Schwerpunkte aus der Sicht der Personaler richtig zu setzen und relevante aktuelle Entwicklungen aufzuzeigen.

Was lesen Sie in AuA zuerst?
Das Geleitwort und den Bereich „Aktuell“.

Welche Rituale pflegen Sie?
Familienfrühstück am Sonntagmorgen, ein Mal in der Woche Enid Blyton bei einer Tasse Tee meinen beiden Kindern vorlesen

Mit wem würden Sie gerne mal ein Bier trinken?
Joachim Gauck, dem Papst, Angela Merkel und Peer Steinbrück (zusammen), Hans-Dietrich Genscher und Michail Sergejewitsch Gorbatschow, Jürgen Klopp

Wohin würden Sie gerne einmal reisen?
Neuseeland, Venedig, Pompeji und den Erta Ale im Norden Äthiopiens

Welches ist Ihr Lieblingsbuch?
Narziß und Goldmund von Hermann Hesse

Ihre größte Leidenschaft ist ...
Kunstausstellungen mit meiner Frau besuchen

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
Glück muss man können!

Vita: Jahrgang 1968, zunächst Leiter Vertrieb in einer Pressevertriebsgesellschaft. 1998 Zulassung als Rechtsanwalt und 1999 Eintritt in die Deutsche Bahn AG in den Bereich Personalpolitik als Fachreferent für Tarif- und Arbeitsrecht. In 2003 Mitwirkung beim Aufbau des neu gegründeten Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes MoVe (Agv MoVe). Im Anschluss an einen Wechsel zum Agv MoVe in 2004 und zunächst Tätigkeit dort im Bereich Tarifpolitik; seit 2005 Übernahme der fachlichen Leitung verschiedener Referate (Wirtschaftspolitik, Bildung und Organisation). Vertretung des Verbandes in der BDA seit 2006 in verschiedenen Gremien, so dem Arbeitsrechts- und EU-Ausschuss. In 2010 erfolgte die Bestellung zum Geschäftsführer der Sozialpolitischen Arbeitsgemeinschaft Verkehr (SAV). Ab 2011 Vertretung für die Deutsche Bahn im europäischen Bereich innerhalb der CER (Community of European Railway and Infrastructure Companies). Seit Mai 2013 ist er Geschäftsführer des Agv MoVe für den Bereich internationale und nationale Sozialpolitik sowie Grundsatzfragen. Herr Rohrmann ist Lehrbeauftragter für Personalrecht an der Goethe Universität Frankfurt a.M. und Mitglied einiger Fachausschüsse (Tariftreue) bei verschiedenen Landesministerien.

Redaktion (allg.)

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Was und wo haben Sie gelernt?
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Was und wo haben Sie gelernt?
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Diplomstudium Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Hamburg, München und Bordeaux. Aber am lehrreichsten ist