Arbeiten wir zu wenig? Kritik an Forderungen von Wirtschaftsministerin Reiche
Die Forderung, die Beschäftigten hierzulande müssten mehr und länger einer Erwerbsarbeit nachgehen, kommt immer wieder – vor allem aus Wirtschaft und Teilen der Politik. Zuletzt machte ein entsprechender Vorstoß von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche Schlagzeilen, den sie in einem Interview mit der FAZ vom 25.7.2025 äußerte. Darin forderte Reiche umfassende Reformen sowohl der Arbeitszeit als auch der sozialen Sicherungssysteme – in einem Maß, das über das im Koalitionsvertrag vereinbarte hinaus.
Kritik daran kommt auch aus den eigenen Reihen: Der Vize-Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Christian Bäumler, reagierte ablehnend und stellte auch Reiches Eignung für ihr Amt infrage. „Wer als Wirtschaftsministerin nicht realisiert, dass Deutschland eine hohe Teilzeitquote und damit eine niedrige durchschnittliche Jahresarbeitszeit hat, ist eine Fehlbesetzung“, sagte Bäumler laut dpa.
Doch auch Befürworter der Forderung äußerten sich bereits. So bescheinigte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der CDU-Ministerin im Interview mit der FAZ vom 27.7.2025 „Klartext“ zu sprechen. „Wer jetzt mit Empörung reagiert, verweigert sich der Realität“, so Dulger gegenüber der dpa.
