Arbeitsmarkt: Erholung von der Corona-Krise?
Trotz der andauernden Pandemie und der aktuellen Omikron-Welle besteht am deutschen Arbeitsmarkt die Hoffnung, ohne weitere Eindämmungsmaßnahmen auszukommen. Das wäre ein wichtiger Schritt für die deutsche Wirtschaft, um die Corona-Krise zu überwinden. Eine erste positive Entwicklung zeigt das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), welches erstmals seit Sommer 2021 leicht gestiegen ist.
Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt
Auch die Arbeitslosenquote nähert sich ihrem Vorkrisenniveau an. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen übersteigt jedoch die vom Januar 2020 und steigt fast um die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Verantwortlich ist u. a. die Corona-bedingte Kurzarbeit, aber auch ein höheres Lebensalter oder mangelnde Qualifikation.
Kommunikationsbranche profitiert von Corona
Problematisch ist zudem auch die Lage für viele Minijobber und Selbstständige. Im November 2021 waren fast 400.000 Menschen weniger ausschließlich geringfügig beschäftigt als noch 2 Jahre zuvor. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dagegen erreichte 2021 ein Rekordhoch. Insbesondere der Bildungs-, Sozial- und Gesundheitswesen wie die Informations- und Kommunikationsbranche profitierten. In ersterem Bereich konnten 240.000, im zweitgenannten 80.000 neue Jobs geschaffen werden. Dagegen fand vor allem im Beherbergungs- und Gaststättenwesen ein Stellenabbau statt.
Insgesamt sind 45 % der Betriebe überwiegend negativ von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Bis Ende Mai 2020 waren es noch 55 %. Das zeigen die Ergebnisse der 20. bzw. der 1. Befragungswelle der Studie „Betriebe in der Covid-19-Krise“ des IAB. Nicht betroffen zu sein gab jeweils ein Viertel der Befragten an. Erwartungsgemäß klein ist der Anteil, der überwiegend positiv Betroffenen. Das waren nur 6 % bzw. 7 % der Betriebe.
