Homeoffice verzeichnet weiteren Anstieg

Bild: pixabay.com
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Zu den Themen Homeoffice, SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung und dem von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz empfundenen Ansteckungsrisiko sowie zu ihrem allgemeinen Belastungsempfinden führte das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) im Februar im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums eine repräsentative Befragung unter 1.001 abhängig Beschäftigten über 18 Jahren in Deutschland durch.

Die Befragung ergab, dass Mitte Februar fast jeder zweite Arbeitnehmer wenigstens stundenweise und gut jeder dritte sogar größtenteils oder ausschließlich im Homeoffice arbeitete. 22 % der Beschäftigten arbeiteten im Februar mehr im Homeoffice als noch im Januar.

Laut IZA sei die zuletzt weiter gestiegene Homeoffice-Nutzung auch auf die neue SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) zurückzuführen. Jeder vierte Befragte gab an, den Eindruck zu haben, die Corona-ArbSchV habe die Nutzung von Homeoffice im eigenen Unternehmen verändert und dass Kollegen erst kurzfristig ihren Arbeitsplatz ins Homeoffice verlegt haben. Keine Veränderungen der Homeoffice-Praxis im Zusammenhand mit der Corona-ArbSchV nahmen Befragte wahr, für die Homeoffice bereits vorher ohne Probleme möglich war oder deren betreffende Tätigkeiten sich schlecht für das Arbeiten im Homeoffice eignen – jeder fünfte abhängig Beschäftigte nannte in diesem Zusammenhang eine mangelnde oder schlechte technische Ausstattung als Grund, nicht oder nicht in größerem Umfang im Homeoffice arbeiten zu können.

Aus Sicht der Befragten haben Arbeitgeber aufgrund der Corona-ArbSchV die einschlägigen Infektionsschutzmaßnamen verstärkt. Ein Drittel gab an, Regelungen und Maßnahmen zur Kontaktreduktion bei der Arbeit seien im Vergleich zu Dezember erneut intensiviert worden. Aktuell erhalten allerdings 12 % der abhängig Beschäftigten von ihrem Arbeitgeber keine medizinischen Schutzmasken, in Kleinbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten sind dies sogar 22 %.

17 % der Befragten machen sich große oder sehr große Sorgen, sich bei der Arbeit mit dem Coronavirus infizieren zu können und einer von zehn Beschäftigten hält die vom Arbeitgeber ergriffenen Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung für nicht ausreichend. 82 % der Beschäftigten jedoch bewerten die Infektionsschutzmaßnahmen ihres Arbeitgebers als angemessen.

Belastung, Anstrengung und Stress empfinden 42 % der Befragten aktuell als stark oder sehr stark – Frauen sind hier mit 48 % deutlich stärker betroffen als Männer (36 %). Der zunehmende Stresspegel beeinflusst ebenfalls die Lebenszufriedenheit. Auf einer Skala von 0 (ganz und gar unzufrieden) bis 10 (ganz und gar zufrieden) ergab die aktuelle Befragung einen Durchschnittswert von 6,7 – im April 2020 lag dieser Wert bei 7,4 für die in Deutschland lebende Bevölkerung.

Lesen Sie zu diesem Thema folgenden Artikel aus AuA 3/21:

Das BMAS hat Ende Januar eilig die befristete SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) im Bundesanzeiger veröffentlicht. Zuvor haben die...

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