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Im Zuge einer Studie zur Belastung von Büroangestellten befragte der Workspace-Management-Anbieter Fellowes 1.000 Arbeitnehmer in Deutschland, die seit mindestens vier Monaten von zu Hause arbeiten. Die Befragung ergab, dass Homeoffice physische Probleme wie Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen verstärkt und viele Arbeitnehmer einen Anstieg der psychischen Belastung wahrnehmen.

Die Befragten fühlen sich im Homeoffice müde und antriebslos (40 %), sind einsam und isoliert (34 %) sowie gestresst oder ängstlich (25 %). 20 % der Befragten gaben an, am Küchen- oder Esstisch zu arbeiten, 8 % sogar von der Couch aus. Symptome einer erhöhten körperlichen Belastung treten hierbei in Form von angestrengten Augen (27 %), steifem Nacken (31 %), schmerzendem Rücken (38 %) und Kopfschmerzen (34 %) auf.

Die Befragten wünschen sich eine bessere Rückenunterstützung (31 %), einen neuen Stuhl (34 %) oder die Möglichkeiten zum Wechsel zwischen Sitzen und Stehen während der Arbeit (31 %). 66 % der befragten Angestellten investierten hierbei selbst in die Ausstattung ihres Homeoffice – durchschnittlich 1.060 Euro.

59 % der Befragten wurden vom Arbeitgeber für das Arbeiten im Homeoffice mit der nötigen Hardware ausgestattet. 15 % forderten Geräte an, erhielten aber nie eine Antwort. 8 % der Anfragen wurden vom Arbeitgeber abgelehnt. Die Befragten haben nichtsdestotrotz das Gefühl, dass sich ihr Arbeitgeber um ihre körperliche (66 %) und geistige (68 %) Gesundheit sowie ihr Wohlbefinden kümmert.

Was bedeutet Homeoffice für die Work-Life-Balance? Die Studie ergab, dass fast die Hälfte der Befragten (46 %) länger als im Büro arbeiten und 23 % nicht fähig sind, Privatleben und Arbeit zu trennen. Jeder Fünfte hat ein schlechtes Gewissen, wenn er eine Pause einlegt. Dennoch wünscht sich ein Großteil (90 %) auch in Zukunft die Möglichkeit zum flexiblen Arbeiten im Homeoffice, hierzu jedoch eine verbesserte Arbeitsumgebung (70 %).

Auch im Homeoffice hat der Arbeitgeber im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes die Verantwortung für den Arbeitnehmer – alle Arbeitsschutzvorschriften gelten ebenfalls für das Arbeiten von zu Hause aus. Eine Gefährdungsbeurteilung im Homeoffice untersucht die möglichen Gefährdungspotenziale wie schlechte ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes, Stolperstellen durch Kabel, Belastungen durch äußere Faktoren wie Lärm oder Ablenkung durch Familienmitglieder, fehlende soziale Anbindung zu Kollegen oder psychische Belastungen durch Monotonie, Zeitdruck, Entgrenzung und ständige Erreichbarkeit.

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