Unzufriedenheit, Stress, Angst: Die Folgen von Micromanagement

Bild: pixabay.com
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Micromanagement ist eine häufige Ursache von Konflikten am Arbeitsplatz. Führungskräfte, die nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ arbeiten, setzen ihre Mitarbeiter unter Druck und demotivieren – dabei ist genau das Gegenteil ihre Aufgabe.

Fehlendes Vertrauen und extreme Kontrolle
Micromanager zeichnen sich durch fehlendes Vertrauen in die Arbeit der Beschäftigten, extreme Kontrolle und Detailorientierung sowie mangelnde Wertschätzung aus. Aufgaben abzugeben, stellt häufig ein Problem dar. Sie Fokussieren sich besonders auf Fehler.

Arbeitnehmer, Unternehmen und die Führungskraft selbst leiden unter Micromanagement
Dieses Führungsverhalten hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Beschäftigten, sondern auch auf die Organisation und den Micromanager selbst. Die permanente Überwachung, insbesondere verbunden mit dem Perfektionismus des Vorgesetzten, ist für die Mitarbeiter demotivierend. Sie haben Angst, Fehler zu machen, wodurch sie mehr Zeit für ihre Aufgaben aufwenden. Das Stresslevel steigt, was sich auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirken kann. Die Arbeitsmoral nimmt ab und im schlimmsten Fall kündigen kompetente Arbeitnehmer aufgrund der schlechten Führung. Gerade in Branchen, die stark unter dem Fachkräftemangel leiden, stellt das Unternehmen vor Probleme. Eine erhöhte Fluktuation hat für den Arbeitgeber auch finanzielle Folgen. Zudem wagen es die Beschäftigten nicht mehr, innovative und ggf. riskante Vorschläge einzubringen. Dadurch mangelt es sowohl den Angestellten als auch dem Unternehmen insgesamt an Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Die Führungskräfte selbst befinden sich oft in einem Teufelskreis: Sie sind unzufrieden mit der Leistung ihrer Mitarbeiter und übernehmen neben ihren eigenen auch deren Aufgaben. Diese Mehrarbeit verstärkt ihre Unzufriedenheit und das Gefühl, dass die Beschäftigten schlechte Arbeit leisten.

HR-Abteilung muss entgegenwirken
Es ist Aufgabe des Personalmanagements, solchen Verhaltensweisen entgegenzuwirken. Möglichkeiten hierzu bieten z. B. Coachings. Auch die Feedbackkultur im Unternehmen sollte u. a. dahingehend überprüft werden, ob Mitarbeiter ausreichend Gelegenheit haben, sich Feedback einzuholen.

Lesen Sie zu diesem Thema folgenden Artikel aus AuA 3/22:

Jede Organisation kann sich glücklich schätzen, wenn sie über Mitarbeiter verfügt, die nicht nur ihre eigenen Aufgaben abarbeiten, sondern sich auch für das...

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