Geleitwort: Erhebliche Umbrüche

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 Prof. Dr. Werner Widuckel - Lehrprofessur für Personalmanagement am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Werner Widuckel - Lehrprofessur für Personalmanagement am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Erlangen-Nürnberg

In den letzten Jahren haben wir uns daran gewöhnt, dank sinkender Arbeitslosenquoten, „gute Nachrichten“ zur Entwicklung des Arbeitsmarktes zu vernehmen. Dies ist zweifellos eine erfreuliche Entwicklung, die auch nicht „kleingeredet“ werden sollte. Allerdings sollte dies kein Anlass zur Sorglosigkeit sein, denn dem Arbeitsmarkt stehen erhebliche Umbrüche bevor.
Die Auswirkungen der Digitalisierung der Erwerbsarbeit werden zu einer erheblichen Veränderung von Kompetenzanforderungen und zur Verschiebung der Beschäftigungsverteilung zwischen den Branchen und den Wirtschaftssektoren führen. So gehen das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bis zum Jahr 2035 von einem Verlust von 1,5 Millionen Arbeitsplätzen als Folge der Digitalisierung aus, dem andererseits ein nahezu gleich großer Zuwachs in anderen Bereichen gegenübersteht.

Der demografische Wandel wiederum trägt zu einer deutlichen Reduzierung der verfügbaren Erwerbspersonen bei. Und last but not least wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu einer immer komplexeren Herausforderung für Mitarbeiter, Unternehmen, Staat und die Gesellschaft insgesamt. Dies ist eine Folge der zu begrüßenden steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen.

Es besteht aus diesem Grund für die Arbeitsmarktpolitik keinerlei Grund zur Passivität. Vielmehr ist erkennbar, dass auf die berufliche Fort- und Weiterbildung sehr hohe Anforderungen zukommen werden.

Hierzu bedarf es einer integrierten und koordinierten Vorgehensweise von Unternehmen und der Bundesagentur für Arbeit, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder einen beruflichen Wechsel zu ermöglichen. Hiervon wird wesentlich abhängen, ob in der Zukunft eine wachsende Arbeitslosigkeit einem wachsenden Fachkräftemangel gegenüberstehen wird oder ob die Arbeitslosigkeit weiter sinken kann.

 

Redaktion (allg.)

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