Betriebsvereinbarung für Sabbatical und Co.

Zeitwertkonten: So geht mehr Arbeitgeberattraktivität

Die gemeinsame Zeit mit der Familie wird immer wichtiger und allein der Urlaub oder die sog. Workation (Stück & Salo, AuA 12/21, S. 16f.; Adam, Klein & Herda, AuA 7/22, S. 14ff.) reicht oft nicht aus. Das Modell der Wertkonten bietet den Arbeitnehmern die Option,im HR-Cafeteria-System (Linck, R. [2021]. In Schaub [Hrsg.], ArbRHB [19. Aufl., § 78 Rz. 1]. C. H. Beck.)sich selbstfinanzierte längere Auszeiten während des Arbeitsverhältnisses zu ermöglichen (vgl. Schmid & Radovic, AuA 3/22, S. 30). Der größte Vorteil dieses Modells ist, dass die Arbeitnehmer über die gesamte Freistellungsphase im bestehenden Arbeitsverhältnis bleiben und weiterhin Sozialversicherungsschutz genießen, der sonst bei ruhendem Arbeitsverhältnis nur einen Monat nachwirkend besteht. In der Mehrzahl der Fälle beträgt die Dauer des Sabbaticals drei bis sechs Monate, oft für eine längere Auslandsreise (Viking, 2017, Sabbatical Studie). Laut einer Xing-Studie sollen bereits ca. 10 % der Beschäftigten ein Sabbatical gemacht haben. Hintergrund ist der Wunsch nach einer längeren Auszeit vom Arbeitsalltag ohne finanzielle Sorgen. Immer mehr Arbeitnehmer wünschen, ihre Arbeitszeit vor dem regulären Renteneintritt oder zu anderen Zwecken zu reduzieren, ohne auf Gehalt oder den Sozialversicherungsschutz zu verzichten. In Zeiten des Arbeitskräftemangels können Arbeitgeber hier ansetzen und entsprechende Angebote machen, die aber immer auch einer vertraglichen Grundlage bedürfen.

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Herausforderungen und rechtlicher Rahmen

Unternehmen, die Sabbaticals einführen wollen, sehen sich folgenden Herausforderungen ausgesetzt: Zunächst muss im Rahmen der Personalplanung (vgl. § 92 BetrVG) für die Abwesenheit rechtzeitig eine geeignete Vertretung organisiert werden, was über angemessene Ankündigungsfristen gesteuert werden kann. Arbeitsrechtlich ginge die Beschaffung z. B. über eine Befristung (§ 14 Abs. 1 Nr. 3,Abs. 2 TzBfG) oder eine Leihkraft bis zu 18 Monaten (§ 1 Abs. 1b AÜG). Zudem sind ggf.

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Volker Stück

Volker Stück
Rechtsanwalt, Lead Expert Arbeitsrecht und Mitbestimmung, BWI GmbH, Bonn

Christina Salo

Christina Salo
HR Expert, BWI GmbH, Bonn

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Betriebsvereinbarung für Sabbatical und Co.
Seite 16 bis 22
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