Das Gehalt in der HR-Branche

Umfrage: Welche Faktoren haben Einfluss?

Auf der Suche nach dem passenden Job sowie für die Bindung an einen Arbeitgeber spielen das Gehalt und die Gehaltsentwicklung für viele Menschen eine entscheidende Rolle. Die Arbeitgeberbewertungsplattform kununu hat in einer aktuellen Auswertung mehr als 24.700 Daten zum Gehalt von Beschäftigten im Personalwesen erhoben. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse der Studie vor, welche AuA exklusiv vorliegen.

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 Bild: Nuthawut/stock.adobe.com
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Standort, Branche, Position

Die Auswertung zeigt, dass es branchenweit und regional deutliche Unterschiede in der Bezahlung von HR-Profis gibt. Betrachtet wurden die Gehälter geclustert nach den Berufen Personalleiter, HR-Manager und Recruiter. Bezugsgröße ist der Median des Jahresbruttos.

Personalleiter verdienen demnach in Deutschland 70.900 Euro jährlich. Damit liegen Sie deutlich über HR-Managern und Recruitern, was durch Berufserfahrung und die Leitungsposition begründet werden kann. Die höchsten Gehälter werden Personalleitern im Maschinenbau gezahlt. Hier liegt das jährliche Mediangehalt bei 105.000 Euro. Ebenfalls überdurchschnittliche Gehälter werden in der Energiebranche erreicht. Hier wird Personalleitern ein Gehalt von 98.750 Euro gezahlt. Auf Platz drei, vier und fünf der lukrativsten Branchen für Personalleiter liegen die Finanzbranche mit 91.500 Euro, knapp gefolgt von der Automobilbranche mit 90.175 Euro und den Banken mit 89.000 Euro. Knapp unter dem bundesweiten Mediangehalt liegt die Transport-, Verkehrs- und Logistikbranche mit einem Gehalt von 68.500 Euro, gefolgt von der öffentlichen Verwaltung mit 69.500 Euro und der Bau- und Architekturbranche mit 67.440 Euro.

Im bundesweiten Vergleich verdienen Personalleiter in der Branche Beratung und Consulting mit einem jährlichen Gehalt von 57.600 Euro unterdurchschnittlich. Geringer bezahlen nur die Branchen Tourismus- und Gastronomiebranche (50.200 Euro) sowie Personalwesen und Beschaffung (48.000 Euro).

Spitzengehälter von 82.379 Euro jährlich können Personalleiter in Rheinland-Pfalz erwarten. Mit 81.000 Euro jährlich folgt Hessen. Auf Platz drei der höchsten Gehälter für Personalleiter liegt Baden-Württemberg mit 80.000 Euro jährlich. Im oberen Mittelfeld folgen Bayern (75.000 Euro), Nordrhein-Westfalen (74.000 Euro) und Niedersachsen (72.000 Euro). In den neuen Bundesländern werden niedrigere Gehälter gezahlt. Am wenigsten verdienen Personalleiter in Sachsen-Anhalt (58.000 Euro) und in Sachsen (56.000 Euro). Auch Berlin rangiert auf den hinteren Plätzen: Personalleiter verdienen hier im Median 57.000 Euro jährlich.

Die etablierten, traditionellen Branchen bieten für HR-Manager gute Aussichten auf überdurchschnittlich hohe Gehälter: 63.000 Euro können HR-Manager im Median bei Versicherern in Deutschland verdienen. Ähnlich lohnend sind Anstellungen bei Banken (im Median 61.000 Euro), in der Energiebranche (im Median 60.000 Euro) und bei Chemiekonzernen (im Median 59.400 Euro). Ebenfalls überdurchschnittlich gut verdienen Personalreferenten im Maschinenbau (58.000 Euro), in der Telekommunikation und der Medizintechnik (je 57.000 Euro) sowie in der Industrie (55.692 Euro). Die sonst für eher hohe Gehälter bekannte Automobilbranche liegt mit 55.000 Euro nur 5.000 Euro, also 10%, über dem Durchschnitt. In der Pharmabranche werden 54.000 Euro gezahlt. Die Schlusslichter in puncto Gehalt für HR-Manager bilden die Tourismus- und Gastronomiebranche mit 42.000 Euro und die Personalwesen- und Beschaffungsbranche mit 40.000 Euro. Diese liegen deutlich unter dem Durchschnitt. Überraschend ist, dass diese Wirtschaftsunternehmen deutlich hinter Vereinen liegen. In gemeinnützigen Vereinen können HR-Manager im Median 45.906 Euro verdienen.

Nicht nur die Branche wirkt sich auf die Höhe des Lohnes aus, auch regional sind Schwankungen sichtbar. Auf der Suche nach dem höchsten Gehalt sollten sich HR-Manager nach Hessen orientieren, hier zahlen Arbeitgeber mit 54.000 Euro brutto jährlich deutschlandweit das höchste Mediangehalt. Knapp dahinter kommen mit einer Bezahlung von jeweils 52.000 Euro Nordrhein-Westfalen und Bayern. In Baden-Württemberg verdienen Personaler 51.132 Euro. Die Gehälter im Saarland, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Hamburg liegen mit 50.000 Euro jährlich im bundesweiten Durchschnitt.

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Etwas unterdurchschnittlich verdienen HR-Manager und Personalreferenten in Schleswig-Holstein (49.200 Euro), Bremen (49.000 Euro), Brandenburg (48.000 Euro) und Berlin (47.000 Euro). Mit einem relativ großen Abstand bilden vier neue Bundesländer das Schlusslicht des Rankings. In Thüringen verdienen HR-Manager 42.012 Euro, in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern beträgt das Gehalt von Personalern im Median 42.000 Euro.

Anstieg der Recruiter-Gehälter

Die gestiegene Nachfrage nach Recruiting-Experten schlägt sich deutlich im Gehalt nieder, welches in dieser Position von 2020 bis 2022 durchschnittlich um 5,3 % und zuletzt von einem Bruttomedian von 41.722 Euro auf 43.951 Euro jährlich angestiegen ist. Wer mehr verdienen möchte, sollte sich an traditionelle Branchen halten und nach Jobs in Brandenburg oder Bayern Ausschau halten. Die höchsten Löhne erhalten Recruiter in der Elektro- und Elektronikbranche. Arbeitgeber in diesem Bereich zahlen im Median Jahresgehälter von 51.961 Euro. Knapp darunter mit einem Jahresgehalt von 51.600 Euro liegt die Medizin- und Pharmabranche. Mit jeweils 50.000 Euro Jahresgehalt folgen die ebenfalls traditionellen Branchen Maschinenbau und Industrie. Nur 8 Euro weniger zahlen Unternehmen aus der Medienbranche. Im Personalwesen und der Beschaffung verdienen Recruiter 38.000 Euro. Im Dienstleistungssektor kommen sie auf 37.998 Euro. Die Telekommunikationsbranche zahlt knapp 1.000 Euro brutto weniger (37.000 Euro). Noch einmal 1.000 Euro weniger und damit deutlich auf dem letzten Platz in puncto Bezahlung steht auch hier die Tourismus- und Gastronomiebranche mit einem Verdienst von 36.000 Euro.

Überraschende Spitzenposition: Brandenburg ist bundesweit für Recruiter finanziell am lohnendsten. Im Bundesländervergleich werden dort mit 44.000 Euro brutto jährlich die höchsten Gehälter gezahlt. Mit 43.000 Euro folgt Bayern auf Platz zwei und Hessen mit 42.210 Euro auf Platz drei. Während Rheinland-Pfalz für Personalleiter attraktiv ist, zeigt sich das Bundesland für Recruiter im Hinblick auf den Verdienst weniger lohnend: Mit 36.980 Euro liegt das Gehalt hier unter dem bundesweiten Schnitt. Lediglich 35.000 Euro beträgt das Mediangehalt von Recruitern in Sachsen-Anhalt. Nur in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen verdienen Mitarbeiter im Recruiting noch weniger. In diesen Bundesländern liegt es bei 33.600 Euro brutto jährlich und damit ganze 22 % unter dem deutschen Durchschnitt.

Ausblick

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wird auch die Entwicklung der HR-Gehälter spannend bleiben. Anstiege können insbesondere in Branchen mit Arbeitskräfteengpässen erwartet werden, da vor allem dem Recruiting eine immer wichtigere Rolle zukommt. „Insbesondere umfassend qualifizierte, erfahrene und technikaffine Recruiter können kurz- bis mittelfristig mit höheren Gehältern rechnen“, sagt Chesran Glidden, Head of B2B bei kununu. „Dabei wird die Frage, wie ausgeprägt der Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte in den jeweiligen Branchen ist, künftig voraussichtlich ein größeres Gewicht in der Vergütung bekommen.“

Redaktion (allg.)

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· Artikel im Heft ·

Das Gehalt in der HR-Branche
Seite 48 bis 49
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