Fahrtkosten

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Der Kläger war Betriebsprüfer mit Dienstsitz in Bonn. Er war ausschließlich im Außendienst tätig. Deshalb hatte er bei der Dienststelle in Bonn keinen eingerichteten Arbeitsplatz. Der Wohnort des Klägers wurde als Dienstort im reisekostenrechtlichen Sinn durch seinen Arbeitgeber anerkannt. Der Kläger fuhr zur Durchführung seiner Auswärtstätigkeiten regelmäßig mit der Bahn. Die angefallenen Fahrtkosten wurden durch seinen Arbeitgeber erstattet. Im Klageverfahren machte der Kläger pauschal 0,20 Euro je Kilometer geltend. Die Arbeitgebererstattung darauf zog er von den geltend gemachten Werbungskosten mit dem Hinweis auf § 9 Abs. 1 Nr. 4a Satz 2 EstG ab. Das FG Hamburg hat mit Urteil vom 2.11.2018 (5 K 99/16; Az. BFH: VI R 50/18) entschieden, dass die von dem Kläger geltend gemachten Beträge nicht nach der zuvor genannten Vorschrift berücksichtigungsfähig sind. Die Vorschrift verwendet zwar den Begriff des „jeweils“ benutzten Beförderungsmittels, sodass man der Meinung sein könnte, dass die genannte Pauschale für jedes tatsächlich benutzte Beförderungsmittel gilt und sodann lediglich zur Höhe der Wegstreckenentschädigung auf das Bundesreisekostengesetz (BRKG) verwiesen wird. Dieses Gesetz enthält eine Wegstreckenentschädigung allerdings nur gem. § 5 Abs. 1 Satz 1 BRKG für Fahrten mit anderen als den in § 4 BRKG genannten Beförderungsmitteln. Danach sind insbesondere regelmäßig verkehrende Beförderungsmittel wie Bahn oder Flugzeug von § 4 BRKG erfasst und deshalb von der Anwendung einer Pauschale gerade ausgeschlossen. Arbeitgebern ist deshalb zu empfehlen, ihre Reisekosten grundsätzlich zu überprüfen und ggf. anzupassen. (R. K.)

RA Rainer Kuhsel

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

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Artikel Fahrtkosten
Seite 365
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