Liebe Leserinnen, liebe Leser,

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RA Volker Hassel
RA Volker Hassel

es gibt viel zu tun! Insbesondere dem Mittelstand fällt es immer schwerer, Fachkräfte zu finden, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Die Situation verschärft sich danach deutschlandweit – vor allem Fachkräfte mit Berufsausbildung sind Mangelware. Die Unternehmen reagieren darauf, indem sie bspw. mehr Ausbildungsplätze in Engpassberufen anbieten. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen gehen bei der Mitarbeitersuche häufig leer aus: Sie sind nicht so bekannt wie Konzerne und sitzen zudem oft in der Provinz. Im Schnitt können kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern jede dritte Stelle nicht besetzen. Die Folge: Diese Firmen arbeiten oft an der Auslastungsgrenze und können neue Aufträge nicht annehmen. Unternehmen in vielen Regionen haben zudem Probleme, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. So bleibt in Mecklenburg-Vorpommern bereits fast jede siebte Stelle unbesetzt. Aber auch in der Stadt wird die Lage schlechter: In Berlin werben bspw. Bäckereien schon Azubis untereinander ab, z. T. für einen Euro Stundenlohn mehr, und im Handwerk – insbesondere in der Baubranche – sind Headhunter im Einsatz.

Um sich im Kampf um die Köpfe gegen Großunternehmen durchzusetzen, empfiehlt das IW kleinen und mittleren Unternehmen, starke Arbeitgebermarken aufzubauen. Dabei könnten sie ihre Stärken ausspielen: die oft flachen Hierarchien und schnelleren Aufstiegsmöglichkeiten sowie die starke Verwurzelung in der Region. Als attraktiver Ausbildungsbetrieb zu gelten, ist heute eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Auszubildende zu finden. Hier sollten sich Arbeitgeber gerade im Mittelstand und insbesondere im ländlichen Bereich also dringend engagieren.

Das Arbeitsrecht unterliegt dem ständigen Wandel der Rechtsprechung. Handwerkliche Fehler sind teuer und vermeidbar. Personalverantwortliche müssen dafür die aktuellen Entwicklungen im Auge behalten.

Und zum Jahresende gibt es bei vielen noch mehr zu tun: Feedbackgespräche – und mögliche Bonus-Leistungen für die Mitarbeiter – stehen an. Das Institut für mobile Marktforschung Appinio hat im Auftrag des Murmann Verlags insgesamt 1.000 Teilnehmer in repräsentativer Verteilung in Deutschland befragt. Sie wurden vor die Wahl gestellt, welche Belohnungen sie auswählen würden. Das etwas überraschende Ergebnis: Mehr Geld liegt klar vor einem Dienstwagen, weniger Arbeitszeit, kostenlosem Mittagsessen und zusätzlichem Jahresurlaub. Gerade Jüngere würden am liebsten einhundert Euro pro Monat mehr vom Chef erhalten – die Zustimmung lag bei den 18- bis 24-Jährigen bei 44,5 %, über alle Altersklassen hinweg etwas darunter. Abgeschlagen: kostenloses Mittagessen bei der Arbeit (10,9 %) und zwei Tage zusätzlicher Urlaub (8,4 %). Das widerspricht ein wenig der gängigen Meinung, dass es der Generation Y nur um Freizeit in der Work-Life-Balance ginge.

Eine schöne (Vor-)Weihnachtszeit und einen guten Start in ein gesundes, erfolgreiches 2019 wünscht

RA Volker Hassel

RA Volker Hassel
Chefredakteur, Arbeit und Arbeitsrecht, HUSS-MEDIEN GmbH
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