Liebe Leserinnen, liebe Leser,

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RA Volker Hassel
RA Volker Hassel

heutzutage müssen sich Arbeitgeber einiges einfallen lassen, um an begehrte Fachkräfte zu gelangen. Gerade außerhalb der Metropolen und in „leergefegten“ Branchen wie der IT ist kaum etwas zu machen und viel Kreativität gefragt, wie sich auch wieder in den Praxisberichten auf dem Personalkongress IT der Bayerischen M+E-Arbeitgeber im April gezeigt hat. Unternehmenskultur und Innovation spielen hier wichtige Rollen.

Es geht auch radikaler – mittlerweile wird in der Branche selbst vor manchen Provokationen nicht zurückgeschreckt. Denn wie findet ein IT-Unternehmen in einer Region wie Ulm neue, vor allem aber auch die richtigen Mitarbeiter? Die Wilken Software Group war hier mit einer Personalkampagne der etwas anderen Art erfolgreich: „Du bist schwul, ein Freak, ewiger Student, sitzt im Rollstuhl ... #dasistunsegal“. Mit solch provokanten Slogans auf Großplakaten und Postkarten sollten im Herbst 2017 Quereinsteiger als IT-Trainees gewonnen werden. Das Ergebnis: Alle der fünf Trainees, die infolge der Kampagne eingestellt wurden, sind jetzt in Festanstellung übernommen worden und arbeitenkünftig als Berater, Produktmanager oder Entwickler. Olivia Jäschke aus der Personalentwicklung sieht sich bestätigt: „Mit der Kampagne haben wir deutlich gemacht, dass die Eigenschaften der Bewerber im Vordergrund stehen. Denn wir sind der Meinung, dass man mit Interesse, Ehrgeiz und Leidenschaft Aufgaben meistern kann, für die man ursprünglich nicht qualifiziert war. Dieser Ansatz hat ganz offensichtlich funktioniert. Fest steht, dass wir mit einer normalen Kampagne keine dieser neuen Kollegen gefunden hätten. Schlichtweg, weil wir sie damit nicht angesprochen hätten.“

Die fünf Trainees waren im Dezember 2017 aus insgesamt 13 Kandidaten ausgewählt worden, die ihre Bewerbungen nicht nur in klassischer Form, sondern bspw. auch über WhatsApp oder als Video eingereicht hatten. Anschließend durchliefen sie unterschiedliche Stationen im Unternehmen, um herauszufinden, für welche Bereiche sie besonders viel Talent mitbringen. Die Bildsprache der Kampagne wurde inzwischen für die Recruiting-Seite unter dem Motto „Werde ein Softwaremensch“ weiterentwickelt. „Es soll klar erkennbar sein, dass wir Menschen suchen, die zu uns passen, und nicht die reine Qualifikation“, so Jäschke.

Wir haben ebenfalls – wenn auch nicht so provokant– gesucht und gefunden: An dieser Stelle möchte ich herzlich Sabrina Foth im Team der AuA-Redaktion willkommen heißen, die uns zukünftig unterstützen wird!

Einen schönen Mai wünscht

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Seite 257
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  • Florian Christ, Partner und Fachanwalt für Arbeitsrecht, RB Reiserer Biesinger, Heidelberg,sowie Dozent für Wirtschaftsrecht an der Hochschule