Pfändungsfreigrenzen 2019

1105
Bild

Arbeitgeber haben im Rahmen der Lohn- und Gehaltsabrechnung auch den Vollzug von Pfändungen des Arbeitseinkommens durchzuführen. In den Grenzen der §§ 850 ff. ZPO ist er gegenüber dem Gläubiger für die ordnungsgemäße Durchführung verantwortlich, gleichzeitig sind zum Schutz des Schuldners bestehende Vollstreckungsschutzmaßnahmen zu beachten. Wirksam wird eine Pfändung mit Zustellung des Beschlusses, deren Zeitpunkt gleichzeitig die Rangfolge verschiedener Gläubiger bestimmt. Lohnsteuerlich ist unbeachtlich, wenn der Anspruch auf Arbeitslohn auf einen Dritten übergeht. Auch dieser Teil des Arbeitslohns gilt als beim Arbeitnehmer zugeflossen und ist daher nach dessen Steuermerkmalen zu versteuern. Pfändbar ist der Anteil des Arbeitslohns, der nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen verbleibt, also das Nettoarbeitseinkommen. Unter Arbeitslohn sind hierbei Geldeinkommen sowie etwaige Sachbezüge zu verstehen. Zu den unpfändbaren Teilen zählen bspw. die Hälfte der Gesamtvergütung für Überstunden, zusätzliches Urlaubsentgelt, Zuwendungen aus Anlass eines besonderen Betriebsereignisses und Treuegelder, Aufwandsentschädigungen und Auslösungen für eine Auswärtstätigkeit, Gefahren-, Schmutz- und Erschwerniszulagen, Heirats- und Geburtsbeihilfen sowie Weihnachtszuwendungen bis zur Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens (höchstens bis 500 Euro). Die Pfändungsgrenze ergibt sich aus der amtlichen Lohnpfändungstabelle. Dort ist zum jeweiligen Nettoeinkommen der pfändbare Betrag unter Berücksichtigung von Unterhaltspflichten des Schuldners ausgewiesen. Mit der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2019 vom 4.4.2019 hat das BMJV die ab dem 1.7.2019 geltenden Beträge bekannt gemacht. Der unpfändbare Grundbetrag beläuft sich auf 1.179,99 Euro (bisher: 1.133,80 Euro) monatlich. Soweit gesetzliche Unterhaltsverpflichtungen zu erfüllen sind, erhöht sich dieser Betrag monatlich (1.629,99Euro für eine Person/2.119,99 Euro für zwei Personen/2.369,99 Euro für vier Personen). Diese Beträge bleiben bis zum 30.6.2021 gültig.

Sandra Peterson

Sandra Peterson
Steuerberaterin, Osram GmbH München

◂ Heft-Navigation ▸

Artikel Pfändungsfreigrenzen 2019
Seite 365
Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Die Klägerin arbeitet bei der Beklagten als Hauspflegerin. Im Anschluss an eine Privatinsolvenz befand sie sich in der sog.

Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Der Mitarbeiter war seit August 2006 beim Arbeitgeber, einem Handwerksbetrieb auf dem Gebiet der Haustechnik, als Installateur

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Die Bearbeitung von Lohn- und Gehaltspfändungen durch sog. PfÜBs (Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse) verursacht für den Arbeitgeber

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Ende 1997 verhängte der Arbeitgeber, bei dem der Kläger als Sofware-Entwickler tätig war, eine Urlaubssperre. Von seinem Urlaubsanspruch
Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Arbeitsrichter lieben Vergleiche. Anders als vor den „Gerichten der sozialen Kälte“ (Zivilgerichte) geht es vor deutschen

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Die Parteien streiten um die Wirksamkeit eines Abtretungsverbots. Der Arbeitnehmer hatte den pfändbaren Teil seines Lohns an seine