Steuerfreiheit von Feiertags- und Nachtarbeitszuschlägen

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Bild: Pixel-Shot/stock.adobe.com
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Das Schleswig-Holsteinische FG (Urt. v. 9.11.2022 – 4K145/20, rk.) hatte darüber zu entscheiden, ob die Voraussetzungen für die steuerfreie Zahlung von Feiertags- und Nachtarbeitszuschlägen vorliegen, wenn keine genauen Anfangs- und Endzeiten dokumentiert werden.

Ein Arbeitgeber hat an seine Arbeitnehmer teilweise Nachtzuschläge bezahlt und diese steuerfrei belassen. Die Zahlungen erfolgten neben dem Grundlohn, unstreitig für Nachtarbeit und innerhalb der Höchstgrenzen des § 3b EStG (25 % des Grundlohns). Im Rahmen einer Betriebsprüfung wurde die Steuerfreiheit nicht anerkannt, weil nicht die genauen Uhrzeiten von Beginn und Ende der Nachtarbeit aufgezeichnet wurden, sondern nur ein Zeitrahmen und die innerhalb dessen geleistete Stundenanzahl (z. B. vier Stunden zwischen 20 Uhr und 6 Uhr).

Nach Ansicht der Richter verhindert der Umstand, dass keine genaue Anfangs- und Schlusszeit der Nachtarbeit aufgezeichnet wurden, nicht die Steuerfreiheit der Zahlungen, wenn die materiell-rechtlichen Voraussetzungen des § 3b Abs. 1 EStG unstreitig erfüllt sind.

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Sandra Peterson

Sandra Peterson
Steuerberaterin, Referent Lohnsteuer, ZF Group, München
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Steuerfreiheit von Feiertags- und Nachtarbeitszuschlägen
Seite 51
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