Betriebliche Vereinbarkeitspolitik als Gesundheitsfrage

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Work-Life-Balance, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik – an betriebliches Gesundheitsmanagement erinnern solche Begriffe die wenigsten. Eine Studie der berufundfamilie Service GmbH untersuchte nun den Stellenwert des BGM für die Personalpolitik hinsichtlich der Vereinbarkeit von Privatem und Beruf. Dazu wurden insgesamt 308 Organisationen, die das Zertifikat zum audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule tragen, befragt.

BGM als Teil einer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik
Über 97 % halten es für wichtig oder sehr wichtig, Gesundheitsfragen i. R. d. betrieblichen Vereinbarkeitspolitik zu adressieren. Zwei Drittel sehen thematische Überschneidungen von BGM und einer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik. Für 60,1 % ist es außerdem erforderlich, das BGM als Teil einer solchen Politik auszugestalten. Umgekehrt fordern nur 16,6 %, die familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik unter das Dach des BGM zu stellen.

Angebote zur Förderung der körperlichen Gesundheit besonders gefragt
Über die Hälfte der befragten Institutionen gab an, dass die Nachfrage ihrer Beschäftigten bzw. Studenten nach Angeboten, die die körperliche Gesundheit fördern, aktuell besonders hoch ist. Zur mentalen Gesundheit machten 44,7 % entsprechende Angaben, zur Ernährung lediglich 3 %.

Dass die Nachfrage nach Angeboten zum Erhalt bzw. zur Förderung der körperlichen Gesundheit in den nächsten fünf Jahren steigen wird, erwarten 56,3 %. Hinsichtlich der psychischen Gesundheit sind es sogar 81 %. Etwa zwei Drittel gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Angeboten zu gesunder Ernährung etwa gleich groß bleiben wird.

Spezielle Maßnahmen bei besonderen Arbeitsbedingungen
Etwa 60 % der Befragten bieten ihren Beschäftigten mit besonderen Arbeitsbedingung spezielle Maßnahmen an. Es werden bspw. höhenverstellbare Tische und Stühle oder kostenfreie Präventionskurse für Personen mit vorrangig sitzenden Tätigkeiten zur Verfügung gestellt. Schichtarbeiter erhalten Tageslichtlampen, Angebote zu passenden Uhrzeiten und Informationen zur Ernährung in der Wechselschicht, Beschäftigte im Homeoffice Tipps zum ergonomischen Sitzen und solche mit psychisch besonders fordernden Tätigkeiten frühere Anmeldemöglichkeiten zur betriebsärztlichen Untersuchung sowie Deeskalationsseminare.

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