Diversität und Inklusion im Unternehmen

Bild: pixabay.com
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Gute Absichten und mangelnde Umsetzung – der Bericht zum Status quo des Diversity Hiring 2021 von SmartRecruiters offenbart einerseits Schwachstellen und Handlungsbedarf. Andererseits zeigt er auch Möglichkeiten für Unternehmen auf, ihre Belegschaft langfristig vielfältig und inklusiv aufzustellen.
Grundlage des Reports sind die Selbsteinschätzungen der 401 Teilnehmern, die vom 18. Januar bis 25. Juni 2021 stattfanden.

Marketing und Akquise arbeiten zu selten zusammen
Der Weg zu einer diversen Belegschaft beginnt, indem das Unternehmen unterrepräsentierten Kandidaten durch verschiedene Interaktionen Einblicke in die eigene Marke ermöglicht, sodass diese sich eine Beschäftigung im Unternehmen überhaupt vorstellen können. Ein Großteil scheitert bereits daran, den Einsatz und die Vorhaben für den Aufbau von Diversität und Inklusion öffentlich mitzuteilen. Eine Möglichkeit hierfür ist laut dem Bericht, dass Bildmaterial auf Websites, in Social Media etc. auch unterrepräsentierte Gruppen abbildet. Marketing und Talent-Akquise sollten dazu zusammenarbeiten und gemeinsam Inhalte erstellen. Diese Zusammenarbeit ist jedoch bei zwei Drittel der Unternehmen nicht der Normalfall.

Eine gute D&I-Strategie erfordert darüber hinaus Aufwand und beinhaltet Maßnahmen sowie einen realistischen Zeitplan für die Umsetzung. In der Praxis existiert häufig keine Strategie, wie die gesteckten Ziele zu realisieren sind. Insgesamt gab es in der Hälfte der Unternehmen keine definierten Prozesse zur Festlegung und Abstimmung der Diversity-Hiring-Ziele. Das betrifft mit 51 bzw. 58 % insbesondere Unternehmen in Nordamerika und Europa.

Stagnierende Budgets und verpasste Chancen
Viele Arbeitgeber investieren zu wenig in Diversität und Inklusion. Stagnierende Budgets verhindern Fortschritte und die Umsetzung der Initiativen. Der betriebene Aufwand und der zu erwartende Erfolg hängen jedoch zusammen. Nur knapp ein Drittel der Unternehmen hat ein ausgewiesenes Diversity-Hiring-Budget, welches mit den anvisierten Zielen verknüpft ist. In Marktanalysen investieren sogar nur 22 %.

Chancen werden auch bei der internen Stellenbesetzung verpasst. Oftmals berücksichtigt das Recruiting-Management die mit internen Talenten bereits vorhandene Diversität nicht ausreichend. Ein Unternehmen muss jedoch nicht nur potenzielle Mitarbeiter für sich gewinnen, sondern diese auch langfristig halten. Der Bericht weist es als problematisch aus, dass es zwar Mechanismen gibt, die intern auf vakante Stellen aufmerksam machen, diese jedoch sehr passiv und nicht auf Diversität ausgerichtet sind. In nur 18 % der Unternehmen existieren interne Ausschreibungsverfahren, die den Mitarbeitern alle Stellenangebote zugänglich machen. Kommunikationsmechanismen, die interne Bewerber über offene Stellen informieren, gibt es dagegen in fast drei Viertel der Unternehmen. Auf unterrepräsentierte Mitarbeiter bezieht sich diese Kommunikation allerdings deutlich seltener.

Vorurteile beeinflussen den Einstellungsprozess
Viele Unternehmen berücksichtigen zudem nicht die gängige Best Practice zur Minimierung von Vorurteilen bei der Einstellung und Beförderung. Dies ist jedoch Voraussetzung für einen fairen und strukturierten Einstellungsprozess. Insgesamt haben nur knapp die Hälfte der Unternehmen definierte Strategien und Abläufe hierfür. Die Möglichkeit der Steuerung der Aktivitäten und Fortschritte hinsichtlich eines strukturierten Interviewprozesses gibt es in nicht einmal einem Drittel der befragten Unternehmen. Die Möglichkeit zur vorurteilsfreien Überprüfung aller relevanten Qualifikationen gibt es nur in 44 % der Unternehmen.

Fazit
Unternehmen müssen vor allem an der Realisierung ihrer Ziele arbeiten. Sie müssen Vorurteile überwinden, Kommunikationsmechanismen implementieren und aktiv in Vielfalt investieren. „In den Unternehmen gibt es durchaus gute Absichten. Sie wollen Vielfalt wirklich fördern“, fasst Jerome Ternynck, Gründer und CEO von SmartRecruiters, zusammen. „Aber in den letzten zehn Jahren hat sich nichts geändert. Und warum? Die Realität ist, dass die Unternehmen die einfachen Dinge nicht umsetzen“.

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