Europaweit steigt die Nachfrage nach der Vier-Tage-Woche

Quelle: Pixabay
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Mehr als die Hälfte – genau 56 % – der europäischen Arbeitnehmer würden sich für eine viertägige Arbeitswoche entscheiden, wenn sie die Wahl hätten. Zu diesem Ergebnis kam die Studie ADP Workforce View 2019, die im Oktober letzten Jahres 10.585 erwerbstätige Erwachsene in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien, der Schweiz und Großbritannien befragte.

Bezüglich der Entscheidung, ob mehr Stunden an vier Tagen oder Gehaltskürzungen für die Realisierung der Vier-Tage-Woche in Kauf genommen würden, teilt sich das Lager der Befürworter in zwei Gruppen: Drei Viertel (78 %) würden es vorziehen, an vier Tagen länger zu arbeiten, um das gleiche Gehalt zu verdienen. 22 % würden die Normalarbeitszeit bei reduziertem Entgelt bevorzugen.

Die Vier-Tage-Woche ist in Europa bei denjenigen am beliebtesten, die sich in der mittleren Phase ihrer Karriere befinden. Gründe dafür könnten die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sowie andere Verantwortlichkeiten sein.

Die Idee einer viertägigen Arbeitswoche ist bei den Beschäftigten in Spanien (63 %), Großbritannien (61 %), den Niederlanden (61 %) und Frankreich (60 %) am beliebtesten. In Polen befürworten diese nur 38 % der Arbeitnehmer.

In Deutschland würden rund 46 % der befragten Arbeitnehmer weiterhin so arbeiten wollen wie bisher. 39 % der Befürworter der Vier-Tage-Woche würden an vier Tagen zum gleichen Gehalt bei zunehmender Stundenzahl, 15 % die vier Tage für weniger Gehalt arbeiten wollen.

Die Verteilung nach Berufsbranchen sagt aus, dass 60 % der Befragten im Bereich Architektur, Ingenieurswesen und Baugewerbe die Vier-Tage-Woche nicht interessiert, gefolgt von Retail, Catering und Leisure mit rund 51 %. Für eine Vier-Tage-Woche mit gleichem Gehalt bei Mehrarbeit an den vier Tagen wären hauptsächlich Mitarbeiter aus der Dienstleistungsbranche (44,9 %), dem Gesundheitswesen (44,5 %) und dem Bereich Sales, Medien und Marketing (45,2 %) zu begeistern.

Die Ergebnisse, aufgeschlüsselt nach Bundesländern, ergeben folgendes Bild: Im Saarland (61,5 %), in Bremen (60 %) und in Berlin (54,80%) bevorzugen die befragten Arbeitnehmer das bestehende Arbeitszeitmodell. Die größte Zustimmung, für das gleiche Gehalt an vier Tagen länger zu arbeiten, findet sich mit 54,3 % in Rheinland-Pfalz und jeweils rund 49 % in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Die Vier-Tage-Woche im Zusammenhang mit einem geringeren Gehalt würden Arbeitnehmer in Hessen (24,7 %) sowie Bremen und Niedersachsen (je rund 20 %) wählen.

Die Idee der viertägigen Arbeitswoche hat sich in den letzten Jahren weiter durchgesetzt. Effekte wären Produktivitätssteigerungen, eine Verbesserung der Work-Life-Balance und die Stressreduzierung der Mitarbeiter. Die steigende europaweite Nachfrage der Mitarbeiter deutet darauf hin, dass Arbeitgeber die Idee ernst nehmen sollten.

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