Fachkräftemangel und Great Resignation: Immer mehr Menschen zeigen sich wechselbereit

Bild: pixabay.com
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Zum Fachkräftemangel, der schon seit Langem Arbeitgeber und andere Wirtschaftsvertreter besorgt, tritt nun auch die „Great Resignation“ hinzu. Die Bevölkerung in Deutschland im erwerbsfähigen Alter wird bis 2030 voraussichtlich um 4,4 Millionen, bis 2050 um 8,7 Millionen Menschen schrumpfen. Eine Online-Umfrage von StepStone, die die Angaben von über 10.000 Beschäftigten in Deutschland auswertet, zeigt nun, dass es für Unternehmen bereits zum jetzigen Zeitpunkt bedeutsam ist, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu halten, aber auch sich für die Zukunft vorzubereiten.

Zahl der Stellenanzeigen um 79 % gestiegen
Der Studie zufolge denkt über ein Drittel der Befragten mehrmals wöchentlich und nur 15 % nie an einen Jobwechsel. Die Zahl derjenigen, die auf der Suche nach einer neuen Stelle sind, ist von Januar 2021 zu Januar 2022 um 41 % gestiegen, die der Stellenanzeigen allerdings sogar um über drei Viertel. Motivation für einen Jobwechsel sind in der Praxis vor allem das Gehalt und Mitarbeitervorteile (66 %), die Unternehmenskultur und das Betriebsklima (50 %) sowie Aufgaben, Gestaltungsspielraum und Sinnhaftigkeit (49 %).

Bekanntheit des Arbeitsgebers kaum ausschlaggebend
Für mehr als die Hälfte der befragten Arbeitnehmer tragen Faktoren wie flexible Arbeitszeiten, eine sinnhafte Tätigkeit, hohe Work-Life-Balance und Familienfreundlichkeit sowie ortsflexibles Arbeiten zur Attraktivität des Arbeitsgebers bei. Nur 5 % legen Wert auf einen hohen Bekanntheitsgrad ihres Unternehmens. Tatsächlich liegen die Dinge jedoch häufig anders: Eine hohe Work-Life-Balance und Familienfreundlichkeit sieht in der Realität nur jeder fünfte Mitarbeiter, eine hohe Arbeitgeberbekanntheit hingegen ein Viertel.

Für die Arbeitgeber selbst zählt zudem die übertragene Verantwortung: Jeweils über ein Drittel sieht außer in flexiblen Arbeitszeiten und ortsflexiblem Arbeiten auch in einem hohen Maß an Verantwortung bzw. hohem individuellen Gestaltungsspielraum die eigenen Stärken – und wendet sich damit an potenzielle Bewerber.

KMUs punkten mit flexiblen Arbeitszeiten
Unverzichtbar für die deutsche Wirtschaft sind insbesondere die vielen KMUs. Laut Personalverantwortlichen liegen die Vorteile mittelständischer Unternehmen in dem hohen Maß an Verantwortung bzw. dem hohen individuellen Gestaltungsspielraum, die hier gewährt werden (40 %), flexiblen Arbeitszeiten (40 %) und einer sinnhaften Tätigkeit (37 %).

Lesen Sie zu diesem Thema folgenden Artikel aus AuA 4/22:

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