Grünes Personalmanagement und nachhaltige Unternehmenskultur

Bild: pixabay.com
Bild: pixabay.com

Viele Arbeitgeber verfolgen mittlerweile eine Nachhaltigkeitsstrategie. Diese bezieht allerdings häufig nicht die Beschäftigten ein. Auch die Richtlinie zu Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSR-Richtlinie) verlangt nur, dass Unternehmen ihre nachhaltigen geschäftlichen Betätigungen offenlegen.

EU plant Überarbeitung der CSR-Richtlinie
Aktuell sind nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz ausschließlich börsennotierte Großunternehmen und solche mit großem Interesse der Öffentlichkeit, wie z. B. Banken, mit mindestens 500 Mitarbeitern zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Ein Entwurf der EU-Kommission sieht jedoch vor, die Richtlinie zu überarbeiten, um mehr Unternehmen einzubeziehen. Nach dem Richtlinienvorschlag soll es darauf ankommen, ob die Bilanzsumme 20 Mio. Euro, der Umsatz 40 Mio. Euro oder die Beschäftigtenzahl im Jahresverlauf 250 übersteigt. Unternehmen, die mindestens zwei dieser Kriterien erfüllen, sind dann berichtpflichtig.

Umweltbundesamt empfiehlt einheitliche Standards
Eine Studie des Umweltbundesamtes empfiehlt für eine aussagekräftige Berichterstattung die Einhaltung einheitlicher Standards. Danach sind umweltbezogene Ziele, Maßnahmen und Leistungsindikatoren in Zusammenhang zu bringen, Greenwashing bei der Berichterstattung über die Treibhausgasneutralität eines Unternehmens zu vermeiden und Kompatibilität mit den Nachhaltigkeitsberichtsanforderungen der Finanzbranche herzustellen.

Grünes Personalmanagement
Viele Unternehmen verbinden ihre Nachhaltigkeitsstrategie bisher nicht mit der Personalabteilung. Sie verorten die Thematik allein auf Managementebene und sind oftmals ausschließlich bestrebt, rechtliche Vorgaben zu erfüllen. Eine nachhaltige Unternehmenskultur kann auf diese Weise jedoch nicht entstehen. Hierzu ist es erforderlich, auch Arbeitnehmer einzubeziehen und bei allen Unternehmensangehörigen ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Die Personalabteilung kann im Rahmen von „grünem Personalmanagement“ eine Vermittlerrolle einnehmen und die Schnittstelle zwischen Führungsebene und Mitarbeitern bilden. Auch Maßnahmen der Personalentwicklung sowie das Recruiting können sich an einer umweltfreundlichen Unternehmensführung orientieren – auch um diese sozialverträglich umzusetzen.

Lesen Sie zu diesem Thema folgenden Artikel aus AuA 3/22:

Nachhaltigkeit ist ein großer und in den letzten Jahren viel verwendeter Begriff. Eine einheitliche Definition existiert nicht; der Großteil der Menschen...

Sie möchten unsere Premium-Beiträge lesen, sind aber kein Abonnent? Testen Sie AuA-PLUS+ 2 Monate kostenfrei inkl. unbegrenzten Zugriff auf alle Premium-Inhalte, die Arbeitsrecht-Kommentare und alle Dokumente der Genios-Datenbank.

Printer Friendly, PDF & Email

Nachhaltigkeit spielt auch im Arbeitsrecht eine immer wichtigere Rolle. Daher setzen sich Kathrin Brügger und André Kock im Titelthema diesmal mit ESG

Hybride Arbeitsmodelle, Mobile Recruiting und Nachhaltigkeit stehen an der Spitze der aktuellen Recruiting-Trends. Wie können Arbeitgeber ihre Marke

Einige nationale und EU-Regularien gebieten mittlerweile Environmental Social Governance, also die ökologische und soziale Unternehmensführung. Auch

Mülltrennung, Ökostrom und die Frage, ob es wirklich notwendig ist, diese E-Mail auszudrucken: Neben  Nachhaltigkeitsaspekten haben diese und weitere

Egal ob im Bereich der Vergütung, der Führung oder der sozialen Verantwortung: Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Seit 5. Januar

Remote und hybride Arbeitsmodelle, Nachhaltigkeitsaspekte sowie ganz praktisch überfüllte Archive – Aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre waren