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Illustration zweier Menschen auf einem Pfeil, die sich die Hand geben
Bild: Lustre Art Group/stock.adobe.com

IAB-Studie: „Ohne ausländische Beschäftigte wird es in vielen Berufen eng“

Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) beleuchtet die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sowie des daraus resultierenden Arbeits- und Fachkräftemangels. Dabei kristallisieren sich einige Berufssegmente heraus, die in besonderem Maß auf ausländische Beschäftigte angewiesen sind.

Zwischen 2015 und 2024 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland insgesamt um etwa 4 Millionen. Bei 2,7 Millionen davon handelt es sich um ausländische Beschäftigte.

Der Vergleich der Altersklassen der 28- bis 32-Jährigen und der 58- bis 62-Jährigen zeigt in den westdeutschen Bundesländern zudem insbesondere in Reinigungs- und Sicherheitsberufen sowie bei den Fertigungsberufen und den Verkehr- und Logistikberufen eine Alterslücke, d. h. die Anzahl der älteren Beschäftigten ist größer als die der jüngeren. Besser sind die Aussichten in IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen, medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufen, Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen, sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen sowie im Bereich der Land-, Forst- und Gartenbauberufe. Hier kann das Ausscheiden älterer Generationen aus dem Arbeitsmarkt am wahrscheinlichsten durch jüngere Altersgruppen aufgefangen werden.

In den ostdeutschen Ländern zeigt sich bis auf die IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufe für alle Berufssegmente ein negativer Altersstrukturquotient.

Während der Anteil ausländischer Beschäftigter in einer Vielzahl der Berufssegmente von 2015 bis 2024 zugenommen hat, weisen Verkehrs- und Logistikberufe (+ 562.000; + 236 %), medizinische und nichtmedizinische Gesundheitsberufen (+ 328.000; + 266 %), Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe (+ 265.000; + 171 %), fertigungstechnische Berufe (+ 241.000; + 183 %) sowie Bau- und Ausbauberufe (+ 235.000; + 210 %) besonders hohe Anteile auf.

Zwar können Beschäftigte aus dem Ausland den demografisch bedingten Arbeitskräfteverlust teilweise ausgleichen. Jedoch ist insbesondere im Osten Deutschlands die Altersstruktur noch ungünstiger und der Anteil ausländischer Beschäftigter niedriger. Hinzu kommt, dass ausländische Beschäftigte hierzulande seltener in Berufen tätig sind, in denen in Zukunft ähnlich viele Arbeitskräfte benötigt werden. Hier könnte laut IAB eine berufliche Umorientierung in Richtung sog. Zukunftsberufe Abhilfe schaffen. Zudem bedarf es entsprechender Rahmenbedingungen, die eine unkomplizierte und bedarfsgerechte Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte ermöglichen.

Redaktion (allg.)