Mobiles Arbeiten im Fokus

Bild: pixabay.com
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Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat eine Gesetzesinitiative für eine gesetzliche Regelung zur mobilen Arbeit gestartet. Der Entwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zum „Mobile Arbeit Gesetz“, der u. a. einen gesetzlichen Anspruch von mindestens 24 Tagen pro Jahr für das mobile Arbeiten beinhaltet, liegt dem Bundeskanzleramt vor. Schlussendlich entscheiden Bundestag und Bundesrat über das Inkrafttreten der gesetzlichen Regelung zur mobilen Arbeit.

Aktuell können Arbeitnehmer in Deutschland mit dem Wunsch nach mobiler Arbeit an ihren Arbeitgeber herantreten, eine gesetzliche Regelung hierzu gibt es nicht. Einigen sich die Arbeitsvertragsparteien, beruht dies meist auf einer freiwilligen Entscheidung des Arbeitgebers. Arbeitgeber sind grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, mobiles Arbeiten zu ermöglichen, eine Ablehnung ist formlos ohne Angabe von Gründen und Einhaltung von Fristen möglich.

Während der Corona-Pandemie wurde mobile Arbeit plötzlich Alltag und vereinfachte das Leben zahlreicher Arbeitnehmer. Viele Arbeitgeber zeigen sich offener gegenüber mobiler Arbeit bzw. Homeoffice und unterstützen ihre Beschäftigten dabei. Zwei Drittel der Beschäftigten können sich nach einer repräsentativen Befragung des BMAS auch für die Zeit nach Corona mehrere Tage pro Woche im Homeoffice gut vorstellen und wünschen sich mehrheitlich einen entsprechenden Anspruch.

Unternehmen werden für Beschäftigte zu einem attraktiven Arbeitgeber, wenn sie mobiles Arbeiten anbieten. Auch die unternehmenseigene Krisenresilienz wird gestärkt, wenn betriebliche Abläufe trotz Mobilitätseinschränkungen und Abstandsregelungen aufrecht erhalten bleiben können. Wichtig ist hierbei für Arbeitgeber, dass Regeln des Arbeitsschutzes bei mobiler Arbeit und im Homeoffice genauso gelten wie im Büro. Die Erreichbarkeit und die Einbindung in den Betrieb während der mobilen Arbeit liegen ebenfalls im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers.

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