Druck auf Beschäftigte verringert Arbeitgeberattraktivität

Bild: AdobeStock/Lustre
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Das Zentrum für Arbeitgeberattraktivität, die zeag GmbH, hat in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen für eine repräsentative Trendstudie mehr als 10.000 Mitarbeiter und Führungskräfte aus über 80 deutschen Unternehmen zum Status quo im Mittelstand und darüber hinaus befragt.

Die Ergebnisse verdeutlichen zum einen das Ausmaß, in dem sich Digitalisierung, Pandemie und Fachkräftemangel ausgewirkt haben und noch immer auswirken. Zum anderen zeigt sich, dass viele Unternehmen in die sog. Beschleunigungsfalle geraten. Da Arbeitgeber auf die genannten und weitere Hürden reagieren müssen, reichen sie den Druck oftmals an die Belegschaft weiter und erhöhen u. a. das Arbeitstempo. In der Folge leiden Beschäftigte unter Erschöpfung, welche aus Arbeitgebersicht nicht selten wie ein Mangel an Motivation wirkt. Um diesem entgegenzuwirken wird wiederum der Druck erhöht.

Jedes vierte befragte Unternehmen befindet sich in dieser Situation. Mehr als 80 % der Beschäftigten hier schätzen ihren Gesundheitszustand als nicht gut ein. Das schlägt sich auch in den Krankheitstagen nieder: Deren Zahl ist im Vergleich zu den gesündesten und produktivsten Unternehmen – den sog. Hochleistungsunternehmen – 11 % höher. Diese Hochleistungsunternehmen haben eine höhere Unternehmensleistung, sind produktiver und wachsen schneller.

In den 15 % der erschöpften Unternehmen, die die Beschleunigungsfalle als Chance nutzen und Veränderungen implementieren konnten, zeigte sich ein starker Zusammenhalt, positives Engagement und hohe Sinnerfüllung in der Belegschaft. Entsprechend nehmen drei Viertel der Beschäftigten diese Arbeitgeber als attraktiv wahr. Nur jedes Zehnte Hochleistungsunternehmen leidet unter dem Mangel an Arbeitskräften. Unter den anderen Unternehmen sind es 62 %. Neun von zehn Beschäftigten sehen diese Arbeitgeber als wenig attraktiv an.

 

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