KI im Bewerbungsprozess erzeugt Misstrauen

Bild: pixabay.com
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Künstliche Intelligenz ist im Alltag vieler Menschen Realität. Im Bewerbungsprozess wird maschinelles Lernen, z. B. bei der Bewertung von Lebensläufen, immer wichtiger. Die Jobplattform Indeed befragte in einer repräsentativen YouGov-Umfrage 2.066 Personen zu künstlicher Intelligenz im Bewerbungsprozess.

Grundsätzlich bezeichneten sich 43 % der Teilnehmenden als unerfahren im Umgang mit Anwendungen bzw. Apps auf Basis von künstlicher Intelligenz. Weitere 30 % sehen sich weder als unerfahren noch als erfahren, 17 % stufen sich als erprobte Anwender ein.

Maschinelles Lernen im Bewerbungsverfahren sehen die Befragten insgesamt skeptisch: 43 % von ihnen lehnen den Einsatz ab, nur 18 % sind mit dem Einsatz von KI bei der Personalauswahl einverstanden. Wer Erfahrung mit KI hat, ist offener für den Umgang damit: Die Hälfte ist hier mit dem Einsatz maschinellen Lernens im Bewerbungsverfahren einverstanden. Währenddessen sind bei den KI-unerfahrenen Befragten nur 8 % dafür, die Mehrheit (57 %) ist gegen die Verwendung.

Die Entscheidung, wer zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird, sollte nur aus Sicht von 8 % der Befragten von einem Algorithmus entschieden werden. 35 % sind der Meinung, dass die KI nur unterstützen und assistieren darf. 39 % der Befragten lehnen die Beteilung eines Algorithmus ab.

Hinsichtlich der weiteren Schritte im Bewerbungsprozess sind nur 5 bzw. 6 % der Befragten mit automatisierten Bewerbungsgespräche sowie der automatisierten Persönlichkeitsanalyse von Bewerbungsvideos einverstanden. Die automatisierte Auswahl für Vorstellungsgespräche (Zustimmung 10 %), die Kommunikation mit einem digitalen Assistenten auf Job- und Karriereseiten (11 %) sowie die Prüfung und Bewertung von Bewerbungsunterlagen durch einen Algorithmus (16 %) werden größtenteils abgelehnt. Insgesamt wären nur 11 % der Befragten dazu bereit, ein digitales Vorstellungsgespräch mit einer künstlichen Intelligenz zu führen. Die Mehrheit der Befragten (59 %) lehnt dies ab.

Interessant ist auch die Frage, wie Unternehmen beurteilt werden, die maschinelles Lernen im Recruiting einsetzen: 38 % der Befragten vertreten die Meinung, dass diese Unternehmen nicht an dem Bewerbenden als Mensch interessiert sind. Weitere 31 % meinen, das Unternehmen würde durch Algorithmen Arbeitskräfte einsparen, wo es nur geht.

Doch wie kann diese ablehnende Haltung der Befragten positiv beeinflusst werden: Als Voraussetzung für einen offenen Umgang mit künstlicher Intelligenz im Bewerbungsverfahren gaben 27 % der Befragten die Möglichkeit einer persönlichen Kontaktaufnahme an. Ähnlich relevant sind Erläuterungen des Unternehmens zum Einsatz maschinellen Lernens sowie Aufklärung darüber, in welchen Prozessschritten ein Algorithmus bereits Anwendung findet (je 23 %). 32 % der Befragten sind dennoch der Meinung, dass sie sich unter keinen Voraussetzungen einen offenen Umgang mit KI im Recruiting vorstellen können.

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