Well-being braucht HR-Strategien

Bild: pixabay.com
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Im Zuge der Corona-Pandemie ist für Unternehmen das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zur Priorität geworden. Besondere Aufmerksamkeit erhalten in diesem Zusammenhang Gefahren einer psychischen Erkrankung und das Erreichen der Work-Life-Balance. Noch fehlt es vielen Unternehmen an einer echten Strategie, wie psychisches Wohlergehen, soziale Zusammengehörigkeit, emotionale Harmonie und finanzielle Absicherung umgesetzt werden sollen und wie die Erreichung der gesetzten Ziele gemessen werden kann. Aktuell bedient sich das Management oftmals einzelner Gesundheitsmaßnahmen, die den Arbeitnehmern strategielos angeboten werden. Zu diesem Ergebnis kam die Willis Towers Watson-Studie „Wellbeing Diagnostic Survey 2021“, an der sich europaweit 206 Unternehmen mit insgesamt 1,3 Millionen Mitarbeitern beteiligten.

Zu den größten Problemen ihrer Mitarbeiter gehören aus Sicht der befragten Unternehmen Stress, Depressionen und Angstgefühle sowie Sorgen aufgrund der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen. Financial Well-being, also die Verbesserung des finanziellen Wohlstands, steht für Unternehmen nicht im Vordergrund, obwohl finanzielle Sorgen oftmals zu psychischen Belastungen führen.

71 % der befragten Unternehmen wollen zukünftig das allgemeine Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter ins Zentrum von Managemententscheidungen stellen. Allerdings haben rund 75 % keine klare Well-being-Strategie und bieten ausschließlich einzelne Gesundheitsprogramme an.

61 % der befragten deutschen Unternehmen planen in den kommenden drei Jahren einen Ausbau sowie eine genauere Spezialisierung der Programme, wobei hier Vorhaben im Bereich des emotionalen Wohlbefindens an erster Stelle stehen, wie Umgang mit Depressionen, Aufbau psychischer Widerstandsfähigkeit und Programme zur Mitarbeiterberatung durch externe Unternehmen (Employee Assistance Program).

Die Veränderung der Arbeitsmodelle ist gerade für jüngere Arbeitnehmer wichtig für ihre Work-Life-Balance und das Well-being. Rund 80 % der befragten Unternehmen haben hier eigenen Angaben nach bereits während der Pandemie flexible Arbeitszeiten eingeführt, 40 % haben bezahlte Elternzeit umgesetzt, rund 35 % haben angepasste Möglichkeiten zur Kinderbetreuung im Angebot.

Dass sich Well-being-Programme direkt auf die Produktivität der Mitarbeiter auswirken, bestätigen 44 % der Unternehmen, deren Maßnahmen, die anhand eines spezialisierten Scores eine mittlere bis hohe Effektivität aufweisen, zu einer hohen Produktivität der Beschäftigten geführt haben.

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